Vom 26. bis 28. Januar 2026 fand der 19. Kirchberg Dialog im Kloster Kirchberg nahe Sulz am Neckar statt. Rund 60 Führungskräfte und Mitarbeitende zahlreicher Unternehmen informierten sich in Vorträgen und Workshops zum Thema „Trotzdem ja zur Zukunft! Führungsstark in bewegten Zeiten.“ Die jährliche Veranstaltung, organisiert von BruderhausDiakonie, Samariterstiftung und dem Berneuchener Haus e. V., forderte die Teilnehmenden auf: „Wenn das Leben Dir eine Zitrone gibt, mach‘ Limonade draus.“
Zahlreiche Referentinnen und Referenten gaben Impulse, wie es gelingt, Teams und sich selbst in Krisen zu stärken. Kann ein Umstand neu gedacht werden, sodass er in einem anderen Licht erscheint? Dass ein solches „Reframing“ möglich ist, erläuterte Matthias Horx, Publizist und renommierter Zukunftsforscher, in seinem Vortrag. Horx zeigte auf, wie Menschen unter Veränderungsdruck Zukunft gestalten können. Die Gesellschaft sei momentan einer „Omnikrise“ ausgesetzt, bestehend aus acht einzelnen Krisen. Zu diesen gehören unter anderem das Comeback der Kriege, Künstliche Intelligenz und die Klimakrise. „Wir verschwenden unsere ganze Energie mit dem Bedauern des Problems und im Zweifel hat die Politik Schuld“, fasste er die aktuelle Gemütslage zusammen. Er ermutigte, sich dem Wandel zu stellen. „Doing future“ bedeute, mitzugestalten und nicht nur zu erwarten – auch bei Herausforderungen wie Fachkräftemangel. Hier seien etwa flexible Arbeitszeitmodelle die Zukunft.
Zum Thema „Führungsstark im Wandel“ referierte Alexander Groth, Professional Speaker für Führung, Buchautor und Lehrbeauftragter an drei deutschen Universitäten. Er verdeutlichte anhand von Beispielen aus der Praxis, wie Menschen durch Veränderung geführt werden können. Er zeigte unter anderem Lösungen auf, um Mitarbeitende, die Widerstand gegen den stetigen Wandel in ihrem Unternehmen leisten, wieder zur Mitarbeit zu gewinnen. Teamdenken und aufrichtige Zuneigung seien von zentraler Bedeutung führte Groth aus.
Marion King, Beraterin, Autorin und Aktivistin für neues Arbeiten, stellte vor, wie mit „Good Work“ Wertschöpfung im Unternehmen generiert werden kann. Mit der Vorstellung, dass in einer vernetzten, digitalen, komplexen, schnelllebigen Welt, die Menschen flexibel, partizipativ, verantwortlich und lernend miteinander arbeiten, plädiert sie für mehr selbstorganisierte Teams. Die Rolle von Führung entwickle sich dann mehr und mehr zur Koordination.
Neben inspirierenden Vorträgen kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in Bewegung: Etwa beim „Prozessorientierten Jonglieren“ mit Daniel Schiffners Jonglierwerkstatt. Beim Impro-Theater mit Katja Potthof und Stefan Hillebrand galt das Motto "Scheiter heiter! Lernkultur erleben – Führung in bewegten Zeiten". Hier wurden die mit Führung verbundenen Herausforderungen mit Sprache und Gesten spielerisch umgesetzt.
Am Abend gab es ein sprachakrobatisches Highlight: Poetin und Vortragsrednerin Dominique Macri fasste Vorträge und Workshops in Versen zusammen. So wurden Wege aus der Krise zur poetischen Kunst auf der Bühne.







