Wünsche an die Politik

Engere Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern und mehr personelle und zeitliche Ressourcen

Der Vorstand der Samariterstiftung wehrt sich gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Altenhilfeeinrichtungen in einer dreiseitigen Pressemitteilung gegen Unterstellungen in Medien, formuliert deutliche Forderungen an die Politik und schildert die augenblickliche Situation aus der Sicht der Pflegekräfte.
„Wir weisen entschieden die Äußerungen zurück, dass Bewohner in unseren Häusern auf Grund nachlässiger Hygienemaßnahmen verstorben sind“, heißt es in den ersten Sätzen des Positionspapiers.
„Bei uns in Geislingen oder Göppingen habe ich solche Vorwürfe nicht gehört“, sagt Uwe Glöckner dazu. Der Regionalleiter der Samariterstiftung weiß aber, dass es entsprechende, oft subtil geäußerte Anschuldigungen in anderen Landkreisen gab. Das Positionspapier betont, dass die Pflegeteams mit großem Einsatz und Aufwand im Lauf des vergangenen Pandemie-Jahres die immer wieder neuen Auflagen umsetzten. Es kritisiert dabei, dass die Häuser und Dienste, etwa bei der Einführung der Schnelltests für Mitarbeitende und Besucher, „zunächst völlig alleine gelassen wurden“. Maßnahmen wurden nicht rechtzeitig angekündigt und die Möglichkeiten der Vorbeitung fehlte. “ Uwe Glöckner bestätigt das: „In der Hochphase der Pandemie war das heftig, wir haben wochenendweise durchgearbeitet.“

Ein weiterer Wunsch ist der nach einer wirksamen Zusammenarbeit zwischen Politik und Behörden sowie den Trägern der Altenhilfen, „damit die Maßnahmen eine Chance haben, zu wirken“. Aktuell, so heißt es, leisteten die Pflegeteams immer noch eine „hervorragende Qualität“ in der Pflege, obwohl sie immer wieder ausgebremst würden. Etwa, dass sich die Vorgaben ständig änderten, dass das Tragen einer FFP2-Maske zusätzliche Kraft koste und, dass immer neue Aufgaben gefordert würden. Und wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Infektionen komme, leisteten die Mitarbeiter „Übermenschliches“, arbeiteten Doppelschichten und verzichteten auf Urlaub.
Dass die Kräfte der Pflegenden „bei allen immer mehr zu Ende gehen“, hat auch Uwe Glöckner festgestellt. „Zum Glück arbeiten sie dennoch motiviert“ sagt er.
Des Weiteren, so klagen die Nürtinger Verantwortlichen, werde „mit dem Finger auf Pflegekräfte gezeigt, die vereinzelt von ihrem Bürgerrecht Gebrauch machen, sich nicht impfen zu lassen“. Uwe Glöckner bestätigt, dass es „anfangs einen Aufschrei gab“, wobei in den Pflegeheimen des Samariterstifts in und um Geislingen die Impfquoten mit 85 bis 95 Prozent bei den Bewohnern und geschätzten 80 Prozent bei den Mitarbeitern seiner Meinung nach „okay“ waren. Exakte Angaben kann er dazu nicht machen. „Manche stehen der Impfung einfach skeptisch gegenüber“, sagt er.

Ihre Spende hilft – schnell und direkt

Betrag wählen

Samariterstiftung
IBAN:
DE50 6005 0101 0001 1008 82
BIC SOLADEST600
BW Bank

Freie Stellen