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23.04.20 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung

Dr.-Vöhringer-Heim meldet 14 infizierte Bewohner


17.04.2020 05:30, — 

Geschäftsführung will Gerüchten zuvorkommen und informiert umfassend – Bitte um Mithilfe beim Nähen von Schutzkitteln 

Wie in einigen anderen Pflegeheimen des Landkreis wurden auch im Dr.-Vöhringer-Heim in Nürtingen mehrere Personen positiv auf das Corona-Virus getestet. Mit einer Mitteilung wandte sich die Geschäftsführung gestern an die Öffentlichkeit. 

NÜRTINGEN (pm). Zunächst seien die Häuser der Altenpflege nach Beginn der Besuchsverbote die sichersten Orte gegen eine Ansteckung gewesen, heißt es in der Mitteilung. Es sei aber eine Frage der Zeit gewesen, wann das Virus auch dort überspringt. Der Samariterstiftung ist wichtig, dass sowohl Bewohner als auch Mitarbeitende regelmäßig getestet werden. Nur so könne eine konsequente Reaktion im Sinne der Bewohner erfolgen. Infizierte Personen werden isoliert, infizierte Mitarbeitende bleiben zu Hause, könnten aber im Notfall auch bei infizierten Bewohnern nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt eingesetzt werden. 

Nach Auftreten erster Symptome bei Bewohnern habe das Gesundheitsamt auf dringende Bitte der Regionalleiterin Margrit Vollmer-Herrmann reagiert und Bewohner in den relevanten Wohnbereichen sowie alle Mitarbeiter im ganzen Haus getestet. Insgesamt wurden 14 der rund 160 Bewohner und neun Mitarbeiter positiv getestet. Vier Bewohner sind inzwischen verstorben, eine im Augenblick im Krankenhaus. Auch im Dr.-Vöhringer-Heim zeige sich, dass positiv getestete Personen in vielen Fällen symptomfrei sein können. Trotzdem müssten sie isoliert bleiben. „Der Schutz der Bewohner liegt uns sehr am Herzen und hat höchste Priorität“, so Vollmer-Herrmann. 

Die Fachkräfte seien sehr gut vorbereitet, seien sie doch auch in anderen Zeiten immer wieder mit Viren konfrontiert. Die Hygiene- und Pandemiepläne seien ausgearbeitet und werden konsequent befolgt. „Wir sind sehr dankbar, wie empathisch und motiviert unsere Mitarbeitenden in den Häusern vorgehen“, so Dr. Eberhard Goll, Vorstand für den Bereich der Altenhilfe in der Samariterstiftung. „Für unsere Bewohner wird es täglich zunehmend belastender, ihre Angehörigen nicht treffen zu können. Das müssen jetzt die Pflege- und Betreuungskräfte auffangen.“ Zu den Angehörigen bestehe ein enger Kontakt über Telefon, Videotelefonie, per Mail.

 Neben der hohen Belastung durch die akuten Fälle im Dr.-Vöhringer-Heim ist Dr. Goll dankbar und vorsichtig optimistisch. „Durch konsequente Umsetzung der Quarantänemaßnahmen durch die Mitarbeitenden wurde die Ausbreitung bis jetzt noch relativ gering gehalten.“ 

Dennoch bräuchten die Mitarbeitenden dringend Unterstützung. Bei der Schutzausrüstung fehle es vor allem an Schutzkitteln. Mitarbeitende seien schon dazu übergegangen, zu Hause zu nähen. Wichtig sei ein gut waschbarer Stoff, der Kittel müsse wie bei einer Operation auf dem Rücken geschlossen werden können. 

Wer helfen möchte, bekommt Schnittmuster; Kontakt: hauptverwaltung@samariterstiftung.de