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24.10.19 - Kategorie: Fachschule Leonberg

24.10.19 - „Wir setzen auf Transparenz“


Stefan Letz richtet die Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege in Leonberg auf Zukunft aus. 

Noch läuft es an der Evangelischen Berufsfachschule für Altenpflege in Leonberg parallel: die alte Ausbildung als Altenpfleger*in und die von 2020 kommende neue, generalistische Ausbildung als Pflegefachmann / Pflegefachfrau. Das hat für den neuen Schulleiter Stefan Letz einiges an Herausforderungen mit sich gebracht. Doch er weiß eines sicher: „Wir wollen keine zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Schüler*innen.“ Dem alten wie dem neuen Ausbildungsweg kann er Positives abgewinnen. 

Stefan Letz ist nun seit fast 100 Tagen im neuen Amt als Schulleiter. „Sein Traumjob“, wie er sagt. „Die Arbeit mit Menschen macht mir sehr viel Spaß.“ Der gebürtige Norddeutsche aus Mecklenburg-Vorpommern hat sich an der Leonberger Schule vom ersten Tag an „gut aufgehoben gefühlt“. Früher wollte er mal Arzt werden, dann hat ihm das fehlende Abitur einen Strich durch den gewünschten Ausbildungsweg gemacht. Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz blieb er dann an der Krankenpflege hängen und stellte überrascht fest: „Hier verdient man nicht nur gut, die Arbeit macht außerdem noch großen Spaß.“ Außer dem beruflichen Einblick in alle Fachrichtungen der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege, kamen eine um die andere Aus- und Weiterbildung hinzu, unter anderem ein pflegepädagogisches Studium an der Esslinger Hochschule, und es hat sich der Wunsch entwickelt, pädagogisch zu wirken. 

Als sein Sohn damals als Frühchen auf die Welt gekommen war, und er sich gemeinsam mit seiner Frau in Not und Sorgen von der damaligen Pflegekraft angenommen und aufgehoben gefühlt hat, wusste er: „Solche Kompetenzen und Fähigkeiten braucht das Pflegewesen, so etwas möchte ich lehren.“ Dazu hat er jetzt reichlich Gelegenheiten, denn in der generalistischen Ausbildung wird es von 2020 an darum gehen, Auszubildende in der Pflege stärker als bisher darauf auszurichten, pflegerelevante Situationen zu analysieren, Handlungsoptionen zu erkennen und zielgerichtet die beste Option wählen zu können. Dies gilt umso mehr, als dass Auszubildende einer generalistischen Pflegeausbildung nicht jede Pflegesituation in jeder Altersstufe und in jedem Setting kennenlernen und üben, sondern durch die erworbenen Kompetenzen professionelle Analyse- und Transferleistungen erbringen. 

In dem Zusammenhang kommt der praktischen Anleitung durch erfahrene pädagogisch interessierte und qualifizierte Pflegeexpert(inn)en eine wichtige Funktion zu. Praxisanleiter(innen) werden gezielt geeignete Lernsituationen auswählen, die diese Lernprozesse ermöglichen. „In diesem Bereich wird die Leonberger Schule weiter Fort- und Weiterbildungsangebote anbieten und ihr Profil gezielt schärfen“, so der neue Schulleiter, der bereits über mehrjährige Führungserfahrungen in der neurologischen Rehabilitation der Kliniken Schmieder Gerlingen und auf den neurologischen und neurochirurgischen Stationen des Ludwigsburger Krankenhauses gesammelt hat. Der zweifache Familienvater geht in seiner Freizeit gern mit dem eigenhändig ausgebauten VW-Bulli auf Reisen. In 20 Ländern Europas hat er mit ihm schon vorbeigeschaut und Land und Leute abseits der Touristenpfade kennengelernt. Seit 2004 lebt er jetzt im Ländle und liebt es. Zwar fehlt ihm bisweilen die Waterkant, aber in Plattdeutsch übt er sich nach wie vor. „Mir sind meine Wurzeln wichtig.“