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12.03.19 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung, Behindertenhilfe Ostalb

08.03.2019 - Schwäbische Post - Erster Schritt für Salah Rasul


Siegfried Scheppach und Manfred Kaiser schauen Salah Eddin Razul und einem Beschäftigten bei der Arbeit in der Werkstatt an der Hochbrücke über die Schultern. Foto: Angelika Wesner

Gesellschaft Verständigung mit Händen und Füßen: Geflüchteter Syrer absolviert Praktikum in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

 Menschen mit Behinderung und Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, haben mehr Gemeinsamkeiten, als man zunächst annimmt. Diese Erfahrung macht zurzeit die Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb, die dem Syrer Salah Eddin Rasul ein Praktikum in der Werkstatt an der Hochbrücke in Aalen ermöglicht. Vor fünf Jahren floh Rasul aus Syrien nach Deutschland. Mit seiner Frau und den drei Kindern lebt er in Oberkochen. „Ich möchte arbeiten“, sagt der 42-Jährige. Ein vierwöchiges Praktikum bei der Behindertenhilfe bringt ihn diesem Wunsch ein Stückchen näher. Als Kurierfahrer ist er in der Stadt unterwegs, holt Geschenkkörbe aus dem Café Samocca, die in der Werkstatt an der Hochbrücke für den Postversand vorbereitet werden, erledigt kleinere Hausmeisterarbeiten oder hilft in der Arbeitsgruppe Industrie bei Montagarbeiten. Obwohl seine deutschen Sprachkenntnisse gering sind, gelingt ihm die Verständigung mit den Beschäftigten der Werkstatt – „mit Händen und Füßen“, sagt er.

"Ich möchte arbeiten.“ Salah Eddin Rasul Geflüchteter Syrer.

Die Menschen, die bei uns arbeiten, sind sprachlich häufig sehr eingeschränkt. Sie sind es gewohnt, mit den vorhandenen Fähigkeiten der anderen umzugehen, um einander zu verstehen“, erläutert der Abteilungsleiter der Aalener Ostalb-Werkstätten, Siegfried Scheppach. Dies sei eine wichtige Gemeinsamkeit, die Menschen mit Behinderung und geflüchtete Menschen miteinander verbinde. Die Behindertenhilfe öffnet sich für Menschen mit Migrationshintergrund, um Erfahrungen zu sammeln. Eine entsprechende Anfrage kam vom Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft gGmbH (bfz). Das Praktikum bei der Behindertenhilfe sei ein erster Schritt für Salah Eddin Rasul, die Arbeitswelt in Deutschland kennenzulernen, sagt bfz-Betreuer Manfred Kaiser. In der praktischen Tätigkeit könne sein Klient außerdem seine Sprachkenntnisse verbessern. In diesem Monat endet Rasuls Praktikum in der Werkstatt an der Hochbrücke. Es hat ihm interessante Einblicke in eine neue, ihm unbekannte Welt ermöglicht, denn in seiner Heimat Syrien gibt es, wie er sagt, keine Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung.