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01.07.19 - Kategorie: Samariterstift im Mühlenviertel

„Zehn Jahre Erfolgsgeschichte“


Das Samariterstift im Mühlenviertel in Tübingen feierte mit vielen Gästen Jubiläum 

Das Thermometer zeigte 36 Grad, gekühlte Wasserflaschen und Sonnenschirme standen bereit, die Hausleitung verteilte Fächer, damit sich die Teilnehmer des Festgottesdienstes auf dem Magazinplatz in Tübingen-Derendingen anlässlich des zehn-Jahr-Jubiläums des Samariterstift im Mühlenviertel ein wenig Luftzug verschaffen konnten. So behutsam ausgestattet verfolgten viele Menschen einen Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Geschichte des barmherzigen Samariters stand. Gestaltet wurde der Gottesdienst von Pfarrer Frank Wössner (Vorstandsvorsitzender der Samariterstiftung), Pfarrer Friedhelm Schweizer (Evangelische Kirchengemeinde Derendingen), von Mitarbeitern, Bewohnern, Angehörigen und Ehrenamtlichen des Samariterstifts und einer Musikgruppe aus der Kirchengemeinde. Und mit dabei war der Chor aus Bewohnern und Angehörigen des Samariterstifts unter Leitung von Jeschi Paul. 

Bevor Pfarrer Frank Wössner in seiner Predigt auf den barmherzigen Samariter einging, führten Auszubildende der Tübinger Pflegeeinrichtung in Szenen eindrücklich und überaus einfühlsam in die Thematik des Lukas-Gleichnisses ein. Für Frank Wössner steht der barmherzige Samariter für das Gebot der Liebe, für Gottes Aufforderung, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Wenn der Mensch für Menschen keinen Wert habe, gehen sie miteinander um, wie diejenigen, die den Überfallenen ohne Hilfe zu leisten liegen lassen. Wegsehen und weitergehen sei eine Möglichkeit, die Menschen immer hätten. Aber, so dürfe die Geschichte nicht enden.Zu helfen, wo konkrete Hilfe gebraucht werde, das sei der Weg, wie die Hilfe Gottes zu uns komme. Jesus gehe es um das gemeinsame Leben der Menschen. Wenn der Mensch den Menschen zum Mitmenschen werde, heiße das hinsehen, die Not wahr sein lassen. Frank Wößner sprach von der elementaren Erfahrung, die wir Menschen machten auch im Blick darauf, dass jeder in die Rolle desjenigen geraten könne, der daliege am Weg oder in die des Samariters, der selbstverständlich helfe. 

Die Geschichte des barmherzigen Samariters habe 1885 der Samariterstiftung den Namen gegeben und auch vor zehn Jahren dem Samariterstift im Mühlenviertel, das dafür stehe, bei den Menschen zu sein, wenn sie Hilfe und Unterstützung bräuchten. Und das geschehe in Derendingen professionell und zugewandt. „Geh und schau hin – so kommt Gottes Liebe zu den Menschen“, so Pfarrer Frank Wössner. 

Für Hausleiterin Susanne Gilde war das Jubiläum Anlass, dankbar zurück zu blicken auf zehn Jahre gemeinsam gemachter schöner Erfahrungen. Sie erinnerte an dem Umzug 2009 vom Österberg nach Derendingen und freute sich, von Anfang an als Teil der Gemeinschaft in Derendingen aufgenommen worden zu sein. Das zeige sich auch in den vielen Kooperationspartnern der Pflegeeinrichtung heute. Das Anliegen der Samariterstiftung, ihre Häuser in den Sozialraum, in das jeweilige Quartier gut einzubinden, betonte Vorstandsvorsitzender Frank Wössner, sei in Derendingen auf eine gute Art und Weise gelungen. Bei aller Schwere und allem Angewiesensein, „auch Pflegeheime sind Lebensorte“, für die Ganzheitlichkeit und Eingebundensein einen hohen Stellenwert haben. 
Angela Krohmer, zuständige Regionalleiterin Altenpflege, sprach von einer zehnjährigen Erfolgsgeschichte des Samariterstifts im Mühlenviertel. Der Erfolg basiere auf dem Miteinander, auf der Bereitschaft der Bewohner, der Angehörigen, der Mitarbeiter und der guten Führung, die sich vor einem Jahrzehnt auf das Abenteuer Umzug vom Österberg nach Derendingen gemeinsam eingelassen hätten. Das Samariterstift im Mühlenviertel sei ein guter Platz zu arbeiten und zu leben. 

Mit den Grußworten von Gerd Hagmeyer vom Bürgerverein Derendingen und Michael Lucke vom Kreisseniorenrat rückte zugleich die neueste Attraktion des Samariterstifts in den Fokus: die Fahrrad-Rikscha. „Radeln ohne Alter“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bürgerverein, Kreisseniorenrates, Stadtseniorenrates, Stadt Tübingen und unter anderem der Stiftung „Zeit für Menschen“, die gemeinsam die Finanzierung des 12.000 Euro teuren E-Bikes gestemmt haben. Die Übergabe der Fahrrad-Rikscha an die Samariterstiftung war beim Jubiläumsfest deshalb ein ganz besonderes Geschenk. Die angebotenen Probefahrten nahmen die Gäste der Jubiläumsfeier gerne in Anspruch. Zwei Fahrer standen bereit, jeweils zwei Fahrgäste bequem durchs Mühlenviertel zu chauffieren. 

Für den fröhlichen musikalischen Rahmen des Nachmittags sorgten übrigens die Jugendlichen des Musikvereins Derendingen, die für ihre Unterhaltung anerkennenden Beifall erhielten. Und natürlich kümmerten sich viele fleißige Hände um das leibliche Wohl der vielen Gäste. Maultaschen wurden serviert, ein Eiswagen sorgte mit seinen Eisvarianten für innere Abkühlung und bei Kaffee und Kuchen zeigte sich einmal mehr, wie eng die Pflegeeinrichtung in das Wohnviertel eingebunden ist. Man freute sich über Begegnungen, plauderte miteinander und wer weiß, welch neue Ideen bei diesen Gesprächen für die Zukunft entwickelt wurden. sel