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26.09.18 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung

Augenarzt und Frauenarzt fehlen


Gärtringen: Der Gesundheitstag gibt einen Überblick über die Angebote, aber auch Defizite im Ort. 

Wer auf sicher gehen will, der stellt sich die Notfalldose in den Kühlschrank. Die sinnige Aufbewahrung gesundheitsrelevanter Daten an verbindlichem Ort erdachte der Seniorenrat Gärtringens. Das umsichtige Gremium ist nicht der einzige Gast beim zweiten Gärtringer Gesundheitstag in der Ludwig-Uhland-Halle: Am Samstag war sie voll der Informationen zum wichtigsten Thema. 

Thomas Morawitzky

"Gesund in Gärtringen" ist das Motto des Tages. Harald Nübel als Vorsitzender des Sozialverbandes VdK in Gärtringen hat ihn organisiert mit dem Seniorenrat des Ortes. Für Gärtringens Bürgermeister Thomas Riesch stellt der Gesundheitstag, die Informationen, die dieser Tag den Gärtringer Bürgern nahebringt, eine überaus sinnvolle Ergänzung der lokalen Gesundheitsangebote dar.

Das Gärtringer Angebot jedoch weist leider, das betont Riesch, Lücken auf, die ein Gesundheitstag nicht schließen kann, vor allem im Hinblick auf das fachärztliche Angebot: "Ein Augenarzt fehlt", sagt der Bürgermeister - und auch an Frauenärzten herrsche Mangel, musste jüngst doch eine Praxis schließen. Gut aufgestellt sei die Gemeinde im Bereich der hausärztlichen Versorgung. "Aber die Ärztehäuser mit ihren Synergieeffekten sind große Magnete für die Ärzte." Ärztehäuser finden sich in Böblingen, Sindelfingen, auch Herrenberg und ziehen das bürgernahe Angebot aus der Gemeinde ab.

Harald Nübel organisierte einen ersten Gärtringer Gesundheitstag vor sieben Jahren mit gutem Erfolg - auch im Anschluss an die Wiederholung des Events 2018 zeigt er sich zufrieden, hätte sich aber eine größere Besucherzahl gewünscht. Er weiß um das reichhaltige Informationsangebot, das nicht nur der VdK zu Themen der Gesundheit ausbreitet, weiß, dass ein Gesundheitstag in einer solchen Situation nur im Abstand mehrerer Jahre sinnvoll ist, einen Überblick, Anschluss an neue Entwicklungen, Angebote, Therapien schaffen kann. Einen dritten Gesundheitstag will Nübel deshalb erst frühestens in fünf Jahren veranstalten.

In diesem Jahr sind es eine Reihe sehr unterschiedlicher lokaler Gesundheitsanbieter, die sich in der Ludwig-Uhland-Halle in einer kleinen Messesituation präsentiert. "Emilia" ist zugegen, die Stiftung Innovation und Pflege, die im ehemaligen Gärtringer Bürgerhaus eine betreute Wohnanlage unter dem Motto "Eigenständig miteinander leben im Alltag" betreibt, das Gärtringer Sanitärhaus Schäberle mit einem Angebot an Rollatoren, Sitzen, Sanitärhilfen, die Sonnenapotheke Gärtringens, geleitet von Ingrid Darda.

Mit lokalen Firmen

Dabei ist auch die IAV-Stelle Gärtringens. Untergebracht im Samariterstift des Ortes, leistet sie Rechtsberatung in allen Gesundheitsfragen. Die Gärtringer Hörgerätespezialisten Santos und Tutsch bemühen sich, Betroffenen an ihrem Stand die Scheu vor Hörgeräten zu nehmen. Das örtliche Bestattungsinstitut Rühle, nicht notwendig befasst mit Fragen der Gesundheit, ist dennoch mit Rat in der Ludwig-Uhland-Halle zur Stelle. All diese Firmen und Einrichtungen sind im Ort beheimatet - abgerundet wird ihr Angebot durch einen Auftritt des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Stuttgart, der Menschen mit Sehbehinderungen jeder Art berät, eine notwendige Aufklärungsarbeit, wie Wolfgang Weinhardt erklärt, der für die Abteilung "Blickpunkt Auge" arbeitet: "Die Zahl der Erkrankungen steigt; wir haben Kinder von vier, sechs oder zehn Jahren, die schon betroffen sind", berichtet er.

Parallel zum Angebot in der Halle treten verschiedene Fachanbieter und Aussteller in der Aula der nahe gelegenen Ludwig-Uhland-Schule mit Vorträgen auf - auch das Augenzentrum Eckert, mit Standorten in Böblingen, Herrenberg, Tübingen, informiert dort über die Glaukom-Vorsorge; Apothekerin Ingrid Darda spricht über Schüssler-Salze; Franjo Kolak, Vertreter der Heidelberger Firma Hajoona, spricht über Gesundheitskonzepte, die auf regelmäßiger Reinigung des Darms und neuem Aufbau seiner Flora beruhen.

Der Gärtringer Seniorenrat derweil steht in der Ludwig-Uhland-Halle bereit und erklärt gerne und ausführlich das Konzept der Notfalldose, die die Gärtringer Senioren selbst erdachten: Gefüllt mit allen Daten zu Erkrankung und Medikation, wird diese Dose an vereinbartem Ort - dem Kühlschrank, markiert durch einen Aufkleber - eingelagert. Ein Helfer, der im Notfall eintrifft, kann so direkt auf alle lebenswichtigen Informationen zugreifen. Henrik Swonke, Mitglied des Gärtringer Seniorenrats, erzählt stolz, dass diese Idee längst schon auch in anderen Kommunen angekommen ist, obwohl erst wenige Monate alt. "Für den Rettungsdienst ist die Notfalldose eine große Hilfe bei der Behandlung."