Projekt "Hoffnungsbären" >
< „Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit“ Psalm 145 Vers 15
19.10.18 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung

Herbstfest ist Ort und Zeit für Begegnung


Etliche Besucher kommen am Sonntag zum Herbstfest im sozialpsychatrischen Zentrum an der Haller Ringstraße.

Mit einem kleinen Flohmarkt auf dem Hof begrüßt das sozialpsychiatrische Zentrum an der Haller Ringstraße die Gäste ihres Herbstfests am Sonntagmittag. Das Essen duftet, Wortfetzen tönen von den Sitzgarnituren herüber. Die Besucher sitzen in der Sonne und unterhalten sich. Damit ist das, was die Samariterstiftung, mit einem Standort in Hall, mit der Veranstaltung erreichen will, schon geschafft: die Begegnung.

„Helft uns, damit uns nicht die Decke auf den Kopf fällt.“ So formuliert Rainer Grün, für Hall zuständiger Standortleiter Wohnen und Betreuung der Samariterstiftung. Diese Aufgabe stellen die Betroffenen an die Einrichtung. Dazu trage das Herbstfest als Highlight bei. Aber es gehe im Alltag nicht nur um Begegnung oder um die Wege aus der Einsamkeit – auch um ein „sinnhaftes und sinnstiftendes Tun“. Wie das aussehen kann, das zeigt das Zentrum an diesem Tag als Beispiel während der Werkstattführung. Werkstattleiter Bernd Otter informiert und geht auf Fragen ein. „Wir erhalten Industrieaufträge.“ Er macht deutlich, dass in der Ringstraße durchaus nicht nur therapeutisch gearbeitet werde. Die Angebote an Betroffene seien breit gefächert, umfassen beispielsweise auch Jobs im Bereich Verpackung oder im Gartenbau.

Auch junge Betroffene

Dazu werden die Leute von der Samariterstiftung betreut und begleitet, die einfach eine Tagesstruktur brauchen. „Die gibt es künftig auch in Gaildorf“, berichtet Birgit Kern, die für den sozialpsychiatrischen Dienst zuständig ist. Zudem ist die Stiftung für mehr als 30 Menschen im Haller Nikolaihaus zuständig. Es gibt auch einen besonderen Förderbereich, den derzeit 18 Betroffene nutzen. „Da sind vor allem auch jüngere Menschen darunter“, erklärt Grün. Oft wurden bei ihnen mehrere Diagnosen gestellt. Sie müssen erst einmal auf die Arbeit, beispielsweise in den eigenen Werkstätten, vorbereitet werden.

Zwischen Kaffee und Kuchen, dem Gesang des Hauschors und selbst gemachten Cocktails spricht Grün auf Nachfrage auch darüber, wo der Schuh drückt: „Wir sind an der Kante, was leistbar ist“, gibt er zu. Schließlich habe man sich auf die Fahnen geschrieben, eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Dazu gehörten eine erfolgreiche Personalgewinnung und Qualifikation. „Wir haben noch das Glück, dass sich bei uns Menschen melden, die für uns arbeiten wollen“, so Grün. Aber man müsse vorsorgen. Deshalb bilde man auch in verschiedenen Berufen aus.