Das außergewöhnliche Objekt ist nur eines von vielen Kunstgegenständen, die eines gemeinsam haben: Sie bestehen aus Material, das für den Müll bestimmt war.

Aus alt mach neu

Die lokale Agenda, die sich seit 22 Jahren für Nachhaltigkeit und Klimaschutz engagiert, will ein Zeichen gegen die sich häufenden Abfallberge setzen. Unter dem Motto „Mit Aktivität und Kreativität gegen die Wegwerfgesellschaft“ hat sie einen Wettbewerb ausgelobt, bei dem aus Abfall Kunst entstehen soll. Die Ergebnisse sind noch bis einschließlich Mittwoch, 10. Oktober, im Leo-Center zu sehen.

Es ist wirklich erstaunlich, was die Agenda-Sprecherin Maria Zundel, der Erste Bürgermeister Ulrich Vonderheid und der Center-Manager Klaus-Peter Regler bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstagnachmittag präsentierten. Denn fast alles Ausgediente eignet sich für Neues.

Seien es jetzt die einstigen Industriefilter, die nun als eine 1,40 Meter hohe Stehleuchte helles Licht verbreiten. Die alten Fahrradsättel als originelle Kunstwerke. Oder ein Stuhl aus Pappkartons. Im Gegensatz zu der hölzernen Variante des Samariterstifts sollte der Pappstuhl aber besser nicht als unorthodox anmutende Sitzgelegenheit genutzt werden. Selbst Pumps oder Nudeln lassen sich zu Kunst verarbeiten. Und sogar recycelter Schmuck kann durchaus ansehnlich sein.

Das Rohmaterial liegt überall herum

Wie sehr die Aktion „Aus Müll mach’ Kunst“ in die Stadtgesellschaft vordringt, zeigt die große Resonanz: Neben dem Samariterstift sind es verschiedene Schulen, Kindergärten, Bürgervereine und Aktionsbündnisse, die sich am von Ariane Gerhard organisierten Wettbewerb beteiligen. 

Das Rohmaterial aus Abfall wurde nicht nur in der Innenstadt gesammelt. Selbst in der Natur, etwa am Ehrenberg mit seinen Streuobstwiesen und Weinhängen, wurden die Mülldetektive leider fündig.

Welches müllerne Kunstwerk nun besonders preiswürdig ist, ermittelt eine Jury. Die Sieger werden am 13. November um 19 Uhr beim Agendafest in der Steinturnhalle ausgezeichnet.

Die Ausstellung ist bis Mittwoch, 10. Oktober, täglich außer sonntags von 9.30 bis 20 Uhr im Leo-Center zu sehen.