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29.06.18 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung

Das Große muss im Kleinen kommen


Dankeschöntag für die ehrenamtlich Mitarbeitenden aus allen Häusern der Samariterstiftung

Viele bekannte sowie zahlreiche neuen Gesichter gab es auf dem Dankeschöntag in diesem Jahr zu sehen. Fast 300 Ehrenamtliche sind gemeinsam mit Hausleitungen oder Ehrenamtskoordinatoren zum Dankeschöntag nach Nürtingen gekommen, wo die Samariterstiftung ihre Hauptverwaltung hat. Früher haben die Ehrenamtlichen der Stiftung noch in der Nürtinger Kreuzkirche Platz gehabt. Heute füllen sie die Stadthalle. Anne Buchbinder unterstützt im Samariterstift Geislingen und fühlt sich wohl, „wenn ich etwas gegen das Bedauernswerte in der Welt tun kann“. Im Dezember wird sie 85 Jahre alt und wirkt und wirbelt bereits seit 22 Jahren ehrenamtlich mit. Sie ist überzeugt davon „wer Großes will, muss darauf achten, dass das Gute im Kleinen kommt“. Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält“, lautete ein Vers aus dem Lied „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht“. Es könnte gewissermaßen sowas wie der Leitfaden für den Dankeschöntag, oder sogar für das gesamt Ehrenamt sein. Denn es sind kleine Gesten der Zuwendung, kleine Berührungen im Alltag, die Licht und Freude in die Stunden der Menschen bringen, die die Samariterstiftung in ihren insgesamt 60 Häusern in ganz Württemberg versorgt, betreut und begleitet. „Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt“, heißt es noch im Lied. Das kann Sybille Dech, die im Dr.-Vöhringer-Heim ehrenamtlich tätig ist, nur bestätigen: „Ich bekomme so viel zurück, für das, was ich gebe.“ „Liebenswerte Gärtner“, seien die Menschen, die die Seelen anderer zum Blühen brächten, zitierte Gabriele Blum-Eisenhardt, zuständig für die Konzeption Ehrenamt in der Gesamtstiftung den französischen Romancier Marcel Proust. Die Referentin für Ehrenamtsarbeit und Soziales Lernen erinnert an die Dankbarkeit, die jenen gebührt.

Einmal im Jahr wird den Ehrenamtlichen der Stiftung gedankt. Sie sind geladen, sich einen Tag lang kulinarisch und unterhaltsam verwöhnen zu lassen. In diesem Jahr entführte sie das Duo Mirabelle aus Tübingen in die Vergangenheit. „Duo Mirabelle“ ist Theater auf höchstem Niveau für Erwachsene und Kinder. Das Bewegungstheater erzählte frisch, frech, humorvoll, tiefgängig und berührend das bekannte Märchen „Schneewittchen“. Das kennt zwar Jung und Alt, doch den beiden Darstellerinnen gelang es, facettenreich, äußerst originell und quicklebendig die 16 handelnden Personen des Märchens vor aller Augen leibhaftig werden zu lassen. Die Seele spricht eben die Sprache der Phantasie. In einer kleinen Interviewrunde zu Beginn des Programms erzählten Frank Wößner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Reinhard Gradmann, Geschäftsführer der Stiftung Zeit für Menschen von Entwicklungen der Stiftung und Gesellschaft. 

So nannte der Vorstandsvorsitzende drei große Themenkomplexe, die die Stiftung derzeit umtreiben: Fachkräftemangel, das Bundesteilhabegesetz sowie den Datenschutz. Zudem verwies er auf die rege Bautätigkeit des Unternehmens. So wird beispielsweise 2019 ein neues Haus in Gingen eröffnet. Reinhard Gradmann berichtete von der anstehenden Gründung der Ebnater Hospiz Stiftung und beschrieb wie der Quartiersgedanke, den die Stiftung Zeit für Menschen initiiert, protegiert und forciert, in der sich wandelnden Gesellschaft immer wichtiger wird. Frank Wößner verwies darauf, dass die Samariterstiftung inzwischen ein gut bewertetes Gemeinwohl Unternehmen ist und sich weiterhin in diesem Jahr im Audit berufundfamilie zertifiziert hat. „Wir haben ein hohes Niveau bei unserer Ausbildung, mehr ist fast nicht möglich. Und wir haben nicht nur die Mitarbeitenden im Blick, die Kinder haben, sondern auch die mit pflegebedürftigen Angehörigen“.

Nach dem großzügig ausgerichteten Mittagsbrunch gab es Line-Dance für Menschen, mit Rhythmus im Blut, Schlager-Singen für die mit Liedern im Kopf und einen interaktiven Vortrag zum Thema Humor in der Pflege mit der Clownin Rosina, sprich Dorothe Gietl. Die Sangesfreudigen wurden vom Trio „Harmonix“ begleitet. Die Tanzfreunde erfuhren Unterstützung von den Greenhorn Saloon Dancers unter der Leitung von Margarete Gleffe. Wer nun auf so gar keinen Programmpunkt Laune hatte, konnte sich bei einem kleinen Stadtbummel durch Nürtingen entspannen. Abgerundet wurde der Dankeschöntag zudem durch einen theologischen Impuls der Pfarrerin Lea Schweizer, Samariterstiftung. Sie nahm in ihrer Lesung nochmals das Motto des Tages auf: Liebenswürdigkeit und Dankbarkeit, sind wie Rosen Zeichen der Zuneigung. Sie erinnerte daran, dass uns das Gefühl der Empathie als Menschen nicht zwingend angeboren ist, dass wir es aber jeden Tag aufs Neue beleben können. Den Ehrenamtlichen der Samariterstiftung gelingt dies Tag um Tag – dafür bekamen sie am Ende des Tages alle ein Rose zum Abschied.