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04.12.18 - Kategorie: Samariterstift Ebnat, Samariterstift Aalen

Jetzt wird das Haus ins öffentliche Leben eingebettet


Neue Hospizstiftung für das Maja-Fischer-Hospiz in Ebnat ins Leben gerufen 

Für ein gutes Gelingen der Hospizarbeit ist sehr wichtig, einen Kreis von Ehrenamtlichen und Unterstützern um sich zu wissen, damit das Haus ein eingebetteter Bestandteil im Gemeinwesen sein kann. Dafür wird sich jetzt künftig die Aalener Hospiz Stiftung – Zeit für Menschen einsetzen. 

In Aalen gibt es seit mehr als zwanzig Jahren einen großen Kreis ehrenamtlich Engagierter in einem ökumenischen Hospizdienst. Sie gehen zu den Menschen in die Häuser und begleiten unheilbar Kranke in ihrem letzten Lebensabschnitt. In manchen Fällen ist aber ein Aufenthalt in einem stationären Hospiz notwendig. Dafür gab es bisher nur wenige Plätze im entfernten Ellwangen. 

Der ökumenische Hospizdienst, Ärzte und andere Engagierte hatten seit langem den Wunsch, direkt in Aalen ein stationäres Hospiz zu errichten. Eine Möglichkeit eröffnete sich im Samariterstift in Aalen – Ebnat, wo nicht erst neu gebaut werden musste, sondern ein Bereich im bestehenden Haus für ein Hospiz mit acht Plätzen eingerichtet werden konnte. Nun sind also in einem Gebäude zwei Einrichtungen untergebracht: das Samariterstift Ebnat und das Hospiz. Die Trennung ist schon aus rechtlichen Gründen wichtig. Ein Pflegeheim wird finanziert durch die Pflegesätze der Pflegeversicherung und den notwendigen Eigenbeiträgen der Bewohner. Anders im Hospiz. Dieses ist für Bewohner kostenfrei, die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen, abzüglich 5 %, welche eben durch Spenden finanziert werden müssen. Die Hürden für die Genehmigung für einen Platz im Hospiz werden von den Krankenkassen sehr hoch gelegt. Nur bei einer unheilbaren Krankheit mit einer überschaubar verbleibenden Lebensspanne wird eine Zusage gegeben. Die Entscheidung darüber liegt bei den Ärzten. 

Vor diesem Hintergrund ist klar: das Hospiz braucht finanzielle Unterstützung. Die vom Gesetzgeber verlangten fünf Prozent Spenden bedeuten für das Maja-Fischer-Hospiz stolze 75 000 Euro pro Jahr. Um für diesen Spendenbetrag eine stabile Grundlage zu schaffen, wurde das Modell einer unselbständigen Stiftung für das Maja-Fischer-Hospiz gewählt. Es soll neben einem soliden Kapitalstock auch Spenden-Aufrufe und -Aktionen gewährleisten sowie weitere Spender zur Deckung des Fehlbetrages gewinnen helfen. Auch diese Stiftung befindet sich unter dem Dach der Stiftung „Zeit für Menschen“ eine Initiative der Samariterstiftung. 

Die Gründungsversammlung fand am 27. November 2018 in der Villa Köpf in Aalen statt. Nach einem Prozess, der laut Regionalleiter Christoph Rohlik „Turbo-Geschwindigkeit“ entsprochen habe, waren alle formalen und monetären Vorleistungen zur Gründung erfüllt. Noch während der Versammlung kamen die letzten Beiträge an Gründungsstiftungen zusammen, um das Ziel von 100,000€ als Kapitalstock zu erreichen. Durch weitere spontane Zusagen über einen relativ kleinen Differenzbetrag seitens der Gründungsstifter Stadt Aalen, Gemeinde Aalen-Ebnat sowie der Samariterstiftung wurde dieses Ziel am Ende sogar leicht überschritten. Damit ist die Hospizstiftung Aalen die bestausgestattete Stiftung unter dem Dach der Stiftung „Zeit für Menschen“. „Noch nie sind wir zur Gründung einer unserer Stiftungen so hoch eingestiegen!“ freute sich Geschäftsführer Reinhard Gradmann. 

Unter der Schirmherrschaft von Aalens OB Thilo Rentschler wird die Stiftung mit ihren während der Versammlung gewählten Gremien sofort loslegen können. Denn es gilt, über den Kapitalstock hinaus, weitere Zustiftungen und Spenden zu erhalten. Dazu ist vor allen Dingen ein neu gewählter Sprecherausschuss unter der Leitung von Dekan Ralf Drescher der Evangelischen Kirchengemeinde Aalen bereit. In diesem Ausschuss sind weitere zehn Personen als Vertretungen für Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Kirchen, Finanzinstitute und Stiftungen anderer Art bestrebt, alle gesellschaftlichen Gruppierungen in die Hospizidee einzubinden und sie zu fördern. 

Gründungsstifter sind neben der Stadt Aalen und der Gemeinde Ebnat der Maja-Fischer-Fond sowie regionale Unternehmen, Geldinstitute und private Personen. 

Das Hospiz ist nun seit einem Jahr „in Betrieb“. Die Nachfrage ist erwartungsgemäß groß. Von Anfang an wurde die Einbettung in den Ort sehr wichtig genommen. Gemeinsam mit dem ökumenischen Hospizdienst wurden Ehrenamtliche gesucht, gefunden und vor allem für ihre Aufgabe ausgebildet. Die Selbstbestimmung und ein würdevolles Leben und Sterben stehen im Mittelpunkt der Arbeit im Hospiz. Zugleich hat auch die Zuwendung, Betreuung und Beratung der Angehörigen einen hohen Stellenwert. Dazu braucht es nicht nur gute Fachkräfte sondern auch viele zugewandte Herzen von ehrenamtlich Engagierten und den Angehörigen.