Bienen-Archen sind bezugsreif

Naturschützerin Eva Stengel und die Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb schaffen in einem Pilotmodell Lebensraum für bedrohte Insekten.

Aalen
Noch schweben hier keine Bienen, sondern nur weiße Schneeflocken. Doch das soll sich ändern, wenn es wieder wärmer wird. Beim Samariterstift in Aalen unter der Hochbrücke steht sie schon, die Arche, mit Nahrung und Lebensraum für Wildbienen. Es ist der Prototyp für weitere Archen, die bald an Bahnhöfen in Asperg, Fellbach und Leonberg aufgestellt werden. Gefertigt werden sie von der Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb in Aalen und in Bopfingen.

Das Projekt hat seinen Ursprung bei der Naturschützerin Eva Stengel, die mit ihrer Initiative „sinnvoll handeln“ Umwelt- und Naturschutzangebote für Firmen und Kommunen anbietet. Unter wissenschaftlicher Begleitung der Heinz-Sielmann- Stiftung hat Eva Stengel das Konzept ausgetüftelt.

Nachdem die Ellwangerin durch einen dpa-Bericht über eine Schmetterlingswiese am Bahnhof Renningen auf deren Initiator Nicolas Hebding, Leiter des Bahnhofsmanagements, aufmerksam wurde, nahm sie Kontakt auf. Hebding kümmert sich um 93 Bahnhöfe um Stuttgart herum und beschäftigt sich mit dem Thema Biodiversität, sprich biologische Vielfalt.

Hebding zeigte sich begeistert von der Idee, mit einer „Rettungsinsel“ Wildbienen an Bahnhöfen helfen zu können. Die Arche bietet neben Wildbienen auch weiteren Insekten eine Heimat. Sie ist speziell konzipiert für versiegeltes Gelände.

Wie das geht? Die Arche kommt immer im Doppelpack. Ein Kasten ist gefüllt mit einer Sand-Lehm-Mischung und Totholz und bietet Lebensraum für die überwiegende Mehrzahl der Wildbienen, die in der Erde nisten. Im anderen Kasten ranken sich speziell ausgewählte bio-zertifizierte Wildstauden als Nahrungsangebot in die Höhe. Auch an eine Hummelhöhle und weitere Nisthilfen ist gedacht, die den inzwischen so rar gewordenen Wildbienen einen Unterschlupf bieten. Bereits jetzt kommt das Konzept gut an und wurde mit dem „#beebetter Award 2020“ der Hubert-Burda- Mediengruppe prämiert.

Die Archen für die Deutsche Bahn werden von der Samariterstiftung in Aalen und Bopfingen umgesetzt. Menschen mit Beeinträchtigung schreinern die Kästen und befüllen sie mit Sand, Erde und Pflanzen.

„Es war mir wichtig, dass alle meine Umweltprojekte auch eine soziale Komponente haben“, betont Eva Stengel, als sie gemeinsam mit Nicolas Hebding die Prototypen der Arche beim Samariterstift in Aalen vorstellt.

„Das ist eine sehr schöne Arbeit“, erklärt Roland Stelzenmüller, Werkstattleiter in Bopfingen. Für die Kästen wird heimisches Lärchenholz verwendet. Er und Elisabeth Griffioen, Gruppenleiterin der Werkstatt in Aalen, sind sich einig: Wenn die Menschen, die die Archen gebaut haben, diese am Bahnhof sehen, sind sie sehr stolz.

Doch bis es soweit ist, wird es noch ein bisschen dauern. Im Frühling, wenn die Pflanzen zu blühen beginnen, sollen die Kästen ausgeliefert werden. Hebding freut sich schon darauf und hofft, dass auch andere Bahnhofsmanager seinem Beispiel folgen und Archen an den Bahnhöfen platzieren.

- Quelle: Schwäbische Post

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