Ein Fachtag, der einzigartig ist in seiner Form
„Gute Ernährung ist zentral für die Zufriedenheit der Menschen“
Jürgen Uhl ist Referent Altenhilfe der Samariterstiftung und hat den Fachtag organisiert und moderiert. Wir sprachen mit ihm über seine Ziele, die er mit der Veranstaltung verbindet.

Herr Uhl, was möchten Sie mit dem Fachtag erreichen?
"Die Ernährung steht im Mittelpunkt der Pflege alter und auch behinderter Menschen. Wenn sie nicht optimal ist, wird das schnell zum Problem, wirkt sie sich auf die Häufigkeit von Stürzen, auf die Mobilität und damit auch auf die Zufriedenheit der betreuten Menschen aus. Gute Ernährung ist einfach ein zentrales Bedürfnis der Menschen und zentral wichtig für ihre Zufriedenheit".
Was bringen Sie Ihren Mitarbeitenden bei?
"Die Teilnehmenden am Fachtag sollen mehr Klarheit darüber bekommen, was sie tun müssen, was sie tun dürfen und was sie tun sollen, wenn die Ernährung zum Problem wird. Da sind ja immer vielerlei Interessen und Personen aber auch die eigenen Werte, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und auch der ärztliche Dienst mit im Spiel. Die Teilnehmenden sollen aber auch Bestätigung bekommen – und hören, dass es so, wie sie es in der Regel vor Ort umsetzen, richtig ist und dass sie trotz mancher Rückschläge nicht davon ablassen sollen.
Wir wollten darüber hinaus ganz praktisch zeigen, wie sich das Essen so ‚nachbehandeln“ lässt, dass beispielsweise jemand, der Schluckprobleme hat, sein Essen trotzdem genießen kann. Unser Ziel ist zwar nicht die Sondenernährung, wir wollen aber auch deutlich machen, dass sie in gegebenen Fällen eine sinnvolle Möglichkeit ist".
Welche Haltung erwarten Sie von Ihrem Pflegepersonal?
"Ich denke, man muss als Pflegerin oder Pfleger alles tun, um dem Willen der Bewohner gerecht zu werden. Es muss klar sein: mein eigener Wille steht immer unter dem des Patienten. Wichtig bei der Pflege ist, sie gut zu dokumentieren und dabei auch immer wieder die Verantwortung des ärztlichen Dienstes einzufordern".
Was macht die Samariterstiftung beim Thema Ernährung anders als Andere?
"Da ist zum einen die Tatsache, dass wir – wie beispielsweise mit diesem Fachtag – das Thema kritisch aufgreifen. Wir stellen uns diesem Problem und machen klar, dass die Ernährung ein wichtiger Aspekt in der Versorgung unserer Bewohnerinnen und Bewohner ist. Das bedeutet manchmal auch einen sehr hohen Aufwand, wenn es zum Beispiel darum geht, für Muslime zu kochen oder gar koscheres Essen zuzubereiten.
Der Fachtag ist auch einzigartig darin, dass er Mitarbeitenden aus allen Geschäftsbereichen und allen Hierarchieebenen zusammen bringt. So sind Fachkräfte aus Pflege, Hauswirtschaft und Küche mit dabei, das geht vom Koch über die Pflegerin bis hin zum Dienststellenleiter".








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