Häuser für zeitgemäßes Wohnen und optimale Pflege
Von der Kunst, Wohnlichkeit, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bringen

Wussten Sie schon, dass bei der Samariterstiftung mit Rainer Storz (siehe Bild links) und Walter Fischer (siehe Bild rechts) zwei Architekten in Arbeit und Brot stehen? Neben vielen anderen Aufgaben, wie etwa der Beratung der Einrichtung in technischen Fragen, betreuten die Mitarbeiter des Referats Bau und Technik zahlreiche Neu- und Umbauten. An einem Beispiel zeigen wir auf, was es heißt, für alte, kranke und behinderte Menschen gemeinsam mit vielen weiteren Akteuren zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen.
Die Stadt Geislingen, so beginnt unsere Beispielgeschichte, soll ein neues Pflegeheim mit 54 Plätzen bekommen. Für das Gebäude gelten dabei von Beginn an klare Vorgaben: Die neue Einrichtung soll so konzipiert werden, dass optimale Betreuung in funktionalen und ansprechend gestalteten Räumen möglich ist. Das Pflegeheim soll sich in die Umbebung einfügen und nach außen hin Offenheit ausstrahlen. Für die Realisierung des Projekts stellt die Stadt Geislingen einen Bauplatz in der Innenstadt zur Verfügung. Mit dem Siedlungswerk kommt ein weiterer Partner ins Boot und ergänzt mit betreuten Wohnungen das Angebot.
Um eine ideale Lösung für das gesamte Vorhaben zu finden, entschließen sich jetzt die Partner für einen Architektenwettbewerb. Die Konzeption für das neue Heim ist ein Gemeinschaftswerk der Referate Altenhilfe, Hauswirtschaft und dem Referat Bau und Technik. Auch die Dienststellenleitung des bereits bestehenden Samariterstifts Geislingen beteiligt sich daran. Als schließlich das Architekturbüro feststeht, beginnt für Rainer Storz und Walter Fischer die nächste arbeitsintensive Etappe. Sie erstellen die Zuwendungsanträge und überarbeiten – auf Grundlage vieler Gespräche mit den beteiligten Fachbehörden – abschließend den Entwurf.
„Die Standards der Samariterstiftung“, sagt Rainer Storz, „gehen in der Regel deutlich über die vorgegebenen Mindeststandards hinaus“. Dies komme direkt den von der Stiftung betreuten Menschen zugute und erhöhe deren Lebensqualität. Dennoch müsse der Kostenrahmen eingehalten werden, gebe es auch hier Kenngrößen. Maximal 50 Quadratmeter Grundrissfläche pro Wohnplatz etwa. „Da steckt dann alles drin vom Flur über den Heizraum bis zu den Aufenthaltsräumen.“ Vor allem wegen der strengen Kostenvorgaben gelte es, frühzeitig detailliert zu planen. Wichtig ist für den 35-Jährigen dabei stets, „dass optimale Pflege möglich ist“ und dabei aber auch eine angenehme wohnliche Atmosphäre geschaffen wird.
Ab diesem Zeitpunkt ist es Aufgabe der beiden Architekten, die Aspekte Wohnlichkeit, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit bis zu dem Moment, in dem die ersten Bewohner einziehen, bei allen Beteiligten einzufordern. Wann aber letztlich mit dem Bau begonnen werden kann, hängt vor allem von der Freigabe entsprechender Mittel aus dem Landeshaushalt ab. „Wir warten auf den Bewilligungsbescheid, dann ziehen wir das Ding durch“, so Storz.
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Spüren, was die Menschen brauchen
Rainer Storz: ein Architekt in der Rolle des Moderators
„Wir planen bei großen Vorhaben nicht selbst und machen auch keine Bauleitung“, so Rainer Storz. Wir vertreten vielmehr gemeinsam mit unseren Fachreferenten die Interessen der Bauherrenschaft“. Genau hier liegt auch die Stärke des 35-Jährigen, der „das Zusammenführen, Verhandeln und Vermitteln sehr gerne“ macht. Für alte und behinderte Menschen zu bauen, hat ihn schon im Studium beschäftigt. Es liege ihm, zu erspüren, was die Menschen brauchen und dies in die Planung umzusetzen. Bei der Samariterstiftung hat er sich beworben, ohne dass aktuell eine Stelle frei gewesen war. „Das war kein Zufall, sondern mein Weg“, so der 35-Jährige, der im Frühjahr `99 seinen Job in einem Architekturbüro gekündigt hatte. „Nicht einen Tag lang“ habe er diesen Schritt bereut. Er fühlt sich wohl in der Rolle des Moderators, versteht sich als Vertreter der betreuten Menschen und hat „keine Probleme damit, dass andere Architekten letztendlich den Entwurf machen“. Spannend sei es, dem gerecht zu werden, was die Bewohner brauchen und dann dafür Sorge zu tragen, dass dies auch planerisch umgesetzt wird. Deshalb hätte er auch gerne mehr Kontakt zu ihnen, schließlich berät er sich hauptsächlich mit Kolleginnen und Kollegen. „Das bereue ich manchmal, denn ich spreche gerne mit den Bewohnern“. Da bekomme man auch immer ein „interessantes feedback“.







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