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22.01.18 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung

„Sie sind eine Quelle der Kraft und Zuversicht“


Dr. Eberhard Leibing verabschiedet sich nach 24 Jahren als Vorsitzender des Stiftungsrates

Der „evangelische Heiner Geißler“ verlässt die Bühne, so beschreibt Frank Wößner, Vorstandsvorsitzender der Samariterstiftung den Abschied von Dr. Eberhard Leibing nach 24 Jahren als Vorsitzender des Stiftungsrates. Ihm zu Ehren hat es ein großes Abschiedsfest in der Hauptverwaltung der Stiftung in Nürtingen gegeben. Weggefährten aus Politik, Wirtschaft, Kirche und dem Sozialen erwiesen dem scheidenden Vorsitzenden die Ehre. Grußworte sprachen der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende und frühere Bürgermeister Hans Drexler, Staatssekretärin Bärbl Mielich vom Ministerium für Soziales und Integration, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Gerhard Fezer als Vorsitzender der Gesamtmitarbeitervertretung der Samariterstiftung sowie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Pfarrer Frank Wößner. Allen Rednern war eines gemeinsam: Ihre Hochachtung vor einem Menschen, der stets „klar, verständlich, aufrichtig und authentisch“ gesagt und nachfolgend getan hat, was ihm richtig erschien.

„Sie haben stets Raum gelassen, um den diakonischen Auftrag und den unternehmerischen Ansatz gleichermaßen erfüllen zu können“, erinnerte sich Hans Drexler. Er dankte dem scheidenden Vorsitzenden für „das gute und freundliche Miteinander“ in all den Jahren. Staatssekretärin Mielich dankte Dr. Leibing: „Sie hinterlassen ein finanziell und strukturell gut aufgestelltes Haus.“ Sie nannte die Samariterstiftung ob ihrer vielfältigen Konzepte und Ansätze eine „beeindruckende Organisation“. Mit ihrem Schwerpunkt auf dezentralen Strukturen und dem Augenmerk auf der Quartierarbeit unterstütze die Stiftung das Bestreben des Ministeriums: dem Wunsch vieler Menschen nachzukommen, so lange wie möglich selbstbestimmt zu leben. Mielich war sich sicher: „Mit der Wahl von Brigitte Lösch als Nachfolgerin für Dr. Leibing hat die Stiftung ins Schwarze getroffen. Sie gewinnt eine hochmotivierte Vorsitzende mit gutem Netzwerk und ungeheuer viel Ahnung von den Themen, die die Samariterstiftung vorwärts treibt.“

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandvorsitzender des Diakonischen Werkes Württemberg, beschrieb Leibings Einsatz als segensreich und wertvoll für die Samariterstiftung. Kaufmann erinnerte auch an den streitbaren und wehrhaften Einsatz des Stiftungsratsvorsitzenden als der Oberkirchenrat sich gegen den Wunsch aussprach, auch Mitgliedern anderer evangelischer Landeskirchen die Mitgliedschaft im Stiftungsrat durch Satzungsänderung zu ermöglichen. „Auch da waren sie in ihrer Art, direkt, klar, und präzise. Dabei immer lösungsorientiert und hochverantwortlich im Tun“, erinnerte sich Kaufmann. Er blickte auf das Wirken Leibings und zog Parallelen zur Jahreslosung. Alles, was Leibing getan habe, habe die Menschen spüren lassen, dass sie Leben finden sollen. „Danke schön, dass Sie das lebendige Wasser des Lebens weitergegeben haben.“

„Sie haben sich nie als Ober- oder Übervorstand verstanden“, dankte Gerhard Fezer, Vorsitzender der Gesamtmitarbeitervertretung der Stiftung und hob hervor, dass es Leibing immer in erster Linie darum ging, im Sinn der evangelischen Diakonie zu handeln. Fezer gestand freimütig, ‚sich immer ein wenig an ihm orientiert zu haben: „Ihre Bereitschaft, mit Furchtlosigkeit auch hin und wieder anzuecken, hat mich beeindruckt“. Gut fand Fezer, „dass jeder bei Ihnen weiß, woran er ist“. Fezer erinnerte daran, dass unter Leibings Ägide vier Vorstände neu zu wählen waren. Was Sie getan haben, ist aller Ehren wert.“ Auch der Vorstandsvorsitzende Frank Wößner dankte Leibing für „konstruktives Querdenken“. Leibings „diakonische Leidenschaft“ habe der Stiftung gut getan. 14 neue Samariterstifte, fünf Diakoniesozialstationen und zwei Pflege-Wohngruppen seien in Leibings Zeit neu zur Stiftung gekommen sowie acht Werkstätten, eine Tagesklinik und drei Samaocca-Cafés. „À la bonheur, mit Ihnen haben wir die Stiftung weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht“. „Sie sind damals mit Selbst- und Gottvertrauen einer Berufung gefolgt und sind einen langen und vielgestalteten Weg mit der Stiftung gegangene“, bedankte sich der Vorstandsvorsitzende.

Dr. Eberhard Leibing selbst, bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und sah in seinem Wirken „eine höchst sinnvolle Aufgabe“ und ‚blickte dankbar auf seine Zeit zurück und ‚zuversichtlich nach vorne‘. 400 Sitzungen habe er in all den Jahren geleitet, 55.000 Autokilometer zurückgelegt und noch dazu etliche Fotos von sich am Lenkrad erhalten. Doch Leibing wäre nicht Leibing, wenn er nicht auch bei diesem Anlass bedenkenswerte Worte mit auf den Weg gegeben hätte. „Wenn wir die rechtlichen Möglichkeiten hätten, würden wir gern tariflich attraktivere Optionen anwenden, damit sich auch junge Menschen vom Arbeiten im sozialen Bereich angesprochen fühlen.“ Der Landesdiakonie bescheinigte Leibing, „dass sie stets bemüht war, die Probleme der Samariterstiftung verstehen zu wollen“. Dr. Leibing wies mit Blick auf die Auseinandersetzung mit dem Oberkirchenrat darauf hin, dass er gerade auch von ihm engagiert geführte kontroverse Diskussionen stets nur im Sinn der anhaltenden Reformation der Kirche und zum Wohl von Kirche und Diakonie geführt habe. Es sei kritisch zu hinterfragen, so Leibing, ob es stimme, dass vieles gewünscht, aber nicht finanzierbar sei. „Wieviel Geld wird andernorts für Spaß und Luxus ausgegeben“, fragte er in die Festrunde.

Dass nun erstmals eine Frau den Vorsitz im Stiftungsrat übernimmt, freut Leibing. Brigitte Lösch, Landtagsabgeordnete der Grünen, Sozialexpertin und Gründungstifterin der Stiftung Zeit für Menschen, sowie Mitglied der württembergischen Landesynode, folgt Dr. Leibing und übernimmt den Vorsitz im Stiftungsrat. Der Staffelstab wurde offiziell übergeben. Die Arbeitstherapiegruppe der Tagesklinik im Schlössle hatte zwei besonders schöne Exemplare gestaltet. Einen für den scheidenden Vorsitzenden mit dem Spruch „ein herzliches Vergelt’s Gott für 24 Jahre Ehrenamt“ und einen zweiten mit „Gottes Segen für das Amt“ den die neue Vorsitzende des Stiftungsrates Brigitte Lösch entgegennahm. „Ich danke Dr. Leibing für seine großartige Leistung und übernehme die neue Aufgabe mit Freude und Respekt“, versprach Brigitte Lösch.