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09.01.18 - Kategorie: Werkstatt am Neckar, Behindertenhilfe Ostalb, Samariterstift Grafeneck

Hohenloher Tagblatt- Für ein selbstbestimmtes Leben


Ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben – dazu braucht es als Basis einen sicheren Arbeitsplatz, der eine unabhängige Lebensführung ermöglicht und der im besten Fall auch Freude bereitet. Für Menschen mit Behinderung ist dies allerdings nicht immer selbstverständlich. Dabei muss eine Behinderung nicht automatisch eine Leistungsminderung zur Folge haben. Es gilt, einen entsprechenden Arbeitsplatz einzurichten, der den Neigungen und Fertigkeiten eines Mitarbeiters mit Handicap entspricht. Da jedoch nach wie vor nicht in jedem Unternehmen ausreichende Bereitschaft besteht, hier aktiv zu werden, gibt es auch in Heilbronn-Franken sechs unterschiedliche „Werkstätten für behinderte Menschen“.

Integration in den Arbeitsmarkt

Diese Einrichtungen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die berufliche Integration zu fördern und in vielen Fällen erst zu ermöglichen.

Zu ihnen gehört auch die „LebensWerkstatt“, die mit acht Standorten von Heilbronn bis Crailsheim, Dienstleistungen für Unternehmen aus der regionalen Wirtschaft erbringt. Diese Leistungen umfassen vielfältige Bereiche, zu denen auch die Metallverarbeitung, Elektromontage, Verpackung und auch Hauswirtschaft zählen.

„Die tägliche Arbeit ist der Zugang zu Gemeinschaft und Anerkennung“, verdeutlicht Claudia Borkowski, Pressesprecherin der LebensWerkstatt, „sie ist ein Grundpfeiler selbstbestimmten Lebens.“ Während der Arbeit wird dabei auf eine fachkundige Anleitung durch erfahrene Gruppenleiter gesetzt. Um die Selbstbestimmung bereits im Namen der Einrichtung zu verankern, wurde in diesem Jahr auch der Name von der „Beschützenden Werkstätte“ auf „LebensWerkstatt“ geändert. Da es sich bei der Beschäftigung in der Werkstätte „um ein arbeitnehmerähnliches Arbeitsverhältnis“ handelt, beträgt der Verdienst allerdings nur etwa 80 bis 450 € pro Monat. Dabei kommen ganz unterschiedliche Arbeitszeitmodelle zum Tragen. Gibt es einen rechtlichen Betreuer, steht das Gehalt allerdings nicht zwangsläufig zur freien Verfügung. Zur Weiterentwicklung in Richtung des ersten Arbeitsmarktes bietet sich den Mitarbeitern die Möglichkeit, in Außenarbeitsgruppen oder in ausgelagerten Einzelarbeitsplätzen mitzuarbeiten. Für diese Fälle werden den Beschäftigten speziell geschulte Job-Coaches beiseite gestellt.

Hochwertige Dienstleistungen

Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es unter anderem auch bei den Fränkischen Werkstätten der Samariterstiftung Obersontheim. Über 240 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen können in Crailsheim, Schwäbisch Hall und Obersontheim einen Beruf ausüben.

Dabei sind die Arbeitsstellen auf eine Beschäftigungsdauer von ein bis zwei Jahren angelegt, um darauf aufbauend an den freien Arbeitsmarkt heranzuführen.

Neben Tätigkeiten in den Bereichen Verpackung, Montage oder in der Floristik, gilt vor allem das „Café Samocca“ als federführend für die Integration in den hochwertigen Dienstleistungssektor. Bundesweit gehören 17 Betriebe zu dem Franchise-System der Kaffeerösterei, die auch in der Schwäbisch Haller Innenstadt einen Standort hat.