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11.01.18 - Kategorie: Diakoniestation Aalen, Behindertenhilfe Ostalb

Parken ist in Gingen ein Reizthema


Im Sommer 2019 soll die vom Samariterstift geführte Altenpflegeeinrichtung im Ortskern bei der Johannes Kirche in Betrieb gehen. Kurz vor dem Spatenstich vor knapp zwei Wochen (die GZ berichtete ausführlich) haben sich 47 Bürger in einem offenen Brief vorwiegend wegen der damit verbundenen zukünftigen Parkplatzsituation an Landrat Edgar Wolff gewandt und die „Basta-Politik“ der Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Marius Hick kritisiert. Dieser lud nun am Montag zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Etwa 50 Bürger waren der Einladung nachgekommen.

Bürgermeister Marius Hick betonte, dass sowohl er sich wie auch der Gemeinderat und die Verwaltung bereits von Anfang an sehr intensiv mit dem Thema Parken und dem zusätzlichen Verkehr auseinander gesetzt haben. Er betonte in seinen Ausführungen nochmals, dass seitens des Bauherren die erforderlichen Stellplätze auf seinem Grundstück nachgewiesen sind und dass auch seitens der Gemeinde in einem ersten städtebaulichem Entwurf des Umfelds mit sechs weiteren Stellplätzen zu rechnen sei. Die sind laut Hick baurechtlich ausreichend, aber: Gemeinderat und Bürgermeister sehnen sich nach mehr und haben deshalb das Planungsbüro „m-quadrat“ aus Bad Boll mit der zusätzlichen Planung und Gestaltung des Umfeldes und der Parkierungsmöglichkeiten beauftragt.

Den Anwesenden zeigte der Bürgermeister nochmals die Historie der entstehenden Altenpflegeeinrichtung auf. Erstmals wurden auch Planbeispiele gezeigt, wie die Altenpflegeeinrichtung vor dem Einstieg der Samariterstiftung hätte aussehen können. Es waren drei Beispiele, mit denen sich der Gemeinderat nie anfreunden konnte. Auch das nun entstehende Samariterstift wurde nochmals von Marius Hick im Detail erläutert. Nach Ansicht des Bürgermeisters sind Parkplätze gefühlt immer zu wenig.

In Wiesensteig, die jüngste Einrichtung der Samariterstiftung, hat sich Hick über eine zu erwartende Besucherfrequenz informiert. Dort sind es nie mehr als fünf Besucher zeitgleich. Zudem ist je Arbeitsschicht im Durchschnitt mit zehn bis 14 Mitarbeitern zu rechnen. Wer davon mit dem Auto kommt und einen Parkplatz benötigt, könne nicht genau beziffert werden. Bürgermeister Hick hofft jedoch, dass möglichst viele Ortsansässige in der Alteneinrichtung ihren Job finden werden und somit nicht auf die Anreise mit einem Auto angewiesen sind.

Engel beklagt Langatmigkeit

Dem Verfasser des offenen Briefes an Landrat Wolff, Jürgen Engel, waren am Montag die Ausführungen von Bürgermeister Marius Hick dann letztendlich zu lang und umfangreich. „Sie haben nun eineinhalb Stunden vorgestellt und wir haben nichts konkretes gehört“, lautete sein Vorwurf in Richtung Bürgermeister. Er meinte zudem, die Verwaltung hätte ja bezüglich der Parkplatz-Frage Vorgaben machen und auch einen anderen Standort wählen können.

„Bei einem Projekt von runden fünf Millionen Euro“, so Engel, „hätte man durchaus auch ein paar 100?000 Euro für eine Tiefgarage investieren können.“ Einen solchen Bau wünschten sich auch andere Bürger – mit der Option, Parkraum zusätzlich an umliegende Anwohner zu vermieten. Für einen anderen Standort plädierte auch ein weiterer Bürger: „70 Jahre hatte ich mein gewohntes Umfeld, nun wird es mit der Altenpflegeeinrichtung grundlegend verändert“, klagte er.

Workshop zum Parken im Ort

Das Thema Tiefgarage ist auf jeden Fall vom Tisch. Die Schaffung von Parkraum allerdings nicht. Bereits im Februar soll es einen Workshop „Parken Ortsmitte“ geben. Bürgermeister Marius Hick hat dazu zur Teilnahme aufgerufen und spontan haben sich auch drei Bürger zur Mitarbeit gemeldet. Jürgen Engel wurde durch das Schlusswort vom Bürgermeister ein wenig zufrieden gestellt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass derzeitige Parkflächen im Umfeld der Altenpflegeeinrichtung zu privaten Parkplätzen der Samariterstiftung werden.“

Seit den ersten Grundgedanken zu einer Altenpflegeeinrichtung war es laut Hick immer ein Ansinnen, dass eine solche Einrichtung im Ortskern und nicht in den Randlagen von Gingen entstehen soll. Nur so ist die Nähe zum älteren Mitbürger, der in Gingen seine Heimat hat, weiterhin gegeben. Kurzfristig können durch den Standort bei der Kirche Altenbesuche eingeplant werden.

 

Quelle: 20.12.2017- NWZ