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30.10.17 - Kategorie: Samariterstift Ostfildern

Märchen erzählen- Märchen erleben


Samariterstift im Nachbarschaftshaus und Samariterstift Ostfildern Ruit sind Teilnehmer im Pilotprojekt „Märchen erleben – Leben erzählen“ der Uta Kutter Stiftung – Akademie für gesprochenes Wort.

Auf der Suche nach Einrichtungen, die Interesse daran haben gemeinsam mit den künstlerisch-pädagogisch ausgebildeten Sprecherinnen und Sprechern der Akademie für gesprochenes Wort im Sommer oder Herbst 2017 eine ›aktiven Erzählstunde‹ mit älteren, auch dementiell erkrankten Menschen zu erproben, kam eine Vertreterin der Akademie im Frühjahr 2017 auf die Einrichtungen zu. 

Folgende Annahme sollte in dem Projekt geprüft werden: „ Wie Lieder, die wir früh gehört und gelernt haben, sind auch Reimsprüche, Gedichte und Erzählungen aus Kindertagen mit starken Gefühlen verbunden. Diese Emotionalität des Sprachklangs und Erzählrhythmus‘ ist auf das Engste mit unserer Fähigkeit zu erinnern verbunden. Beim Hören und Wiedererzählen, etwa von Märchen, wecken diese eine Gefühlswelt, aus der heraus es leicht fällt, die bekannte Handlung zu erinnern, weiter zu erzählen und mit der eigenen erinnerten Lebensgeschichte zu verbinden.“

Die Erzähl- und Lesekreise werden angeleitet durch zwei künstlerisch-pädagogische Sprecher und sollen das sprachlich-rhythmische Gedächtnis zum Erzählen der eigenen Lebensgeschichte anregen. 

Die erste Veranstaltung fand im Juli im Nachbarschaftshaus statt um im Oktober folgte das Samariterstift Ostfildern Ruit. Die Rückmeldung der Projektverantwortlichen war sehr auch hier vielversprechend: 

Liebe Frau E.,

auch dieses Mal konnten die Senioren mehrere Sätze von den vorgetragenen Märchen mitsprechen und bei dem Lied „Weißt du wieviel Sternlein stehen?“ einige Zeilen mitsingen. Frau Claus wählte genau aus diesem Grund ein älteres Märchenbuch aus. Die Sprache darin unterscheidet sich sichtlich von unserer heutigen Alltagssprache. Sie passte besser zu dem, was die Senioren kannten und auch besser verstehen konnten.

Es freute uns feststellen, dass die Aufmerksamkeit bei dem Märchen „Hans im Glück“ beispielsweise bei einem Ihrer Bewohner deutlich zunahm. Während es ihm sonst Mühe bereitete, die Augen offen zu halten, wirkte er während dieser Zeit konzentriert und auch interessiert. 

Nach der Vorstellung kamen zwei Damen noch ins Gespräch mit unserem Sprecher Oliver Dermann. Sie erzählten, dass auch sie ihren Kindern damals die Märchen der Gebrüder Grimm vorgelesen haben. Beide meinten, die Zeit während der Märchenstunde sehr genossen zu haben.

Als Andenken und zum Abschluss wurden dann wieder Federn und Äpfel verteilt, worüber die Bewohner sich freuten. 

Es hat uns wirklich Freude bereitet, bei Ihnen Gast sein zu dürfen und den Bewohnern Ihres Hauses eine kleine Abwechslung zu bieten.

Mit herzlichen Grüßen

Rebekka F.