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24.10.17 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung, Samariterstift Gärtringen

Eine würdevolle Begleitung leisten


Gärtringen: Die gemeindeübergreifende Hospizdienstgruppe feiert 20-jähriges Bestehen - Auftakt-Veranstaltung in der St.-Veit-Kirche

Mit einer Reihe von Veranstaltungen zelebriert der gemeinsame Hospizdienst der Gemeinden Gärtringen, Ehningen und Nufringen sein 20-jähriges Bestehen. Auftakt hierfür war am vergangenen Sonntag der Gottesdienst in der Sankt-Veit-Kirche in Gärtringen unter Leitung von Pfarrer Martin Flaig.

Kassandra Fischer

"Mitarbeiter des Hospizdienstes begleiten Menschen, die im Sterben liegen. Das ist keine einfache Situation für die, die im Sterben liegen - aber auch nicht für die, die solche Menschen begleiten. Damit umzugehen, ist nicht ganz einfach. Es ist wichtig, dass man über das Leben hinaus weiß, dass es Hoffnung gibt" - mit diesen Worten leitete der Kirchengemeinderat Jürgen Kienle die Lesung des Gottesdienstes ein. Anhand dreier Abschnitte aus Johannes 11, die etwas über die Hospizarbeit sagen und darüber hinaus zeigen sollen, wie es ist, wenn Jesus in eine solche Situation hineinkam, führte Kienle in das Thema der Hospizarbeit ein.

"1996 hat das Samariterstift in Gärtringen eröffnet, und es gab das erste Seminar zur Hospizarbeit. Damals haben 24 Leute dieses Seminar besucht. 18 davon waren danach bereit, ihre Zeit in diese ehrenamtliche Arbeit zu stecken", berichtete Mechthild Jauß, die für die Leitung der Hospizgruppe verantwortlich ist, von den Anfängen der ehrenamtlichen Organisation. Zur Arbeit der Freiwilligen gehöre das Begleiten von schwer kranken und sterbenden Leuten, aber auch von deren Angehörigen. "Über 500 Leute haben die Ehrenamtlichen im Laufe der Zeit begleitet und dabei insgesamt 13 000 Stunden freiwillige Arbeit geleistet", resümierte Jauß über die Arbeit des Hospizdienstes. Die Mitarbeiter sind dabei vor allem in drei Einrichtungen tätig: dem Samariterstift Nufringen, dem Samariterstift Gärtringen und dem Haus Magdalena in Ehningen. Doch nicht nur in den drei Pflegeheimen, sondern auch in privaten Haushalten leisten die Freiwilligen ihren wertvollen Dienst. Aktuell sind es 15 Ehrenamtliche, die den kostenlosen Dienst in den drei Kommunen leisten. Dabei habe jeder der Mitarbeiter unterschiedliche Motivationen. So berichteten einige der Freiwilligen: "Wir wollen das Sterben mehr ins Bewusstsein rücken." Es gehe außerdem für viele darum, die eigenen Erfahrungen zu nutzen, um dadurch für andere da zu sein.

Die Mitarbeiterinnen berichteten den Gemeindemitgliedern von ihrer Arbeit. Der Ablauf sehe dabei wie folgt aus: Nach einem Anruf und Gesprächen der Angehörigen mit der Einsatzleitung erfolgt die Vermittlung eines Mitarbeiters aus der Gruppe. Mit dem Ziel, die Angehörigen zu entlasten und Sterbende zu begleiten, hänge die genaue Tätigkeit jedoch immer von der Situation und der Persönlichkeit des Sterbenden ab. Einmal sitze man nur still am Bett oder reiche Wasser, in anderen Situationen komme es zu Gesprächen und Gebeten. Insgesamt gehe es jedoch immer darum, auf die Würde des Sterbenden zu achten und dessen Wünsche zu berücksichtigen.

Auch Matthias Kircher, Leiter der Samariterstiftung Gärtringen, war im Gottesdienst anwesend und freute sich: "Es ist schön, dass der Hospizdienst seine Heimat im Samariterdienst hat." Kircher betonte die Wichtigkeit der Arbeit des Hospizdienstes: "Sie entlasten Familien und Angehörige und sind auch in den Einrichtungen für die Mitarbeiter dort eine wertvolle Unterstützung." Außerdem sprach er den anwesenden Ehrenamtlichen seine Anerkennung aus: "Danke für das große Engagement, die Fachkenntnis, die Menschenliebe, aber auch für Zweifel, Fragen, Gebete, Schweigen und die würdevolle Haltung."

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Gärtringer Flötenensemble begleitet, das mehrere Stücke erklingen ließ, die Zuhörer begeisterte und dafür üppigen Applaus erhielt. Anlässlich des Jubiläums der Hospizgruppe folgen außerdem weitere Veranstaltungen. Am Mittwoch, 8. November, ist im Theaterkeller in Ehningen eine Vorführung des Filmes "PS: Ich liebe dich" geplant. Am Donnerstag, 16. November, wiederum findet ein Theaterabend im evangelischen Gemeindehaus in Nufringen statt, und als letzte Veranstaltung in diesem Rahmen dient ein Vortrag des Prälaten im Ruhestand Martin Klumpp am Freitag, 24. November, zum Thema "Alle Menschen sterben - wie leben wir damit?"