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19.10.17 - Kategorie: Samariterstift am Laiblinspark Pfullingen, Samariterstift am Stadtgarten Pfullingen

Bürokratie wirkt als Hemmschuh


Über 15 Millionen Euro soll das Projekt kosten: Der Einzelhandels-Gigant Rewe, die Baugenossenschaft Pfullingen (BG) und die Samariterstiftung haben sich zusammengetan – und nun stemmen sie eines der größten Projekte dieser Art seit vielen Jahren, so BG-Geschäftsführer Hans Kiefer gestern beim Spatenstich im Süden der Stadt, auf dem „Thomasareal“ nahe der dortigen Kirche.

Bereits 16 von 19 Eigentumswohnungen hat die BG verkauft, weitere 18 Wohneinheiten dort sollen bevorzugt an Senioren und an Familien mit Kindern mit kleinem Geldbeutel vermietet werden. Für diese soziale Komponente gab es dann auch Zuschüsse vom Land. „Es war gut, dass Sie mit diesem Vorhaben nicht ausschließlich auf den freien Markt gegangen sind“, lobte Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk die BG. Es stehe „außer Frage, dass wir bezahlbaren Wohnraum dringend benötigen“, so Schrenk.

Bei allem war dann aber doch eine umfangreiche Fortschreibung des Flächennutzungsplans notwendig geworden. Da habe viel verhandelt und planerisch wie gestalterisch getüftelt werden müssen, so der sichtlich erleichterte und frohgemute BG-Chef.

Und der federführende Architekt Thomas Bamberg schrieb Behörden und Bedenkenträgern gestern ins Stammbuch: Immer mehr Zeit werde zu Lasten der eigentlichen Planungszeiten „in Gremien verplempert – und auf Grund der vielen Widersprüche im Planungsrecht und bei den gesetzlichen Bestimmungen eingeschränkt“, so Bamberg.

Zankapfel war von Beginn an – und über Jahre hinweg – die von großen Mitbewerbern im Norden der Stadt aufgeworfene Frage: Wie groß darf so ein REWE-Markt eigentlich sein, ohne anderen womöglich die Kundschaft abzugraben? Sieben lange Jahre dauerte es bis zum Spatenstich, bei dem auch ein Kind aus dem benachbarten Kindergarten eine Schaufel in die Hand bekam.

Genau 1410 Quadratmeter groß darf jetzt der Markt werden, er baut dort 70 Stellplätze – und eine Bushaltestelle liegt gleich daneben, an der dort noch innerörtlichen Stuhlsteige. Integriert in den Markt werden eine Bäckerei und eine Metzgerei. Über allem thronen dann Wohnungen, insgesamt wird es drei Komplexe geben.

Auf Nachfrage teilte Jürgen Schwefel, Geschäftsführer des Metzinger Bauunternehmens Brodbeck mit, dass, vorausgesetzt der Winter ist relativ mild, das Richtfest durchaus schon im April 2018 sein könnte.