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28.11.17 - Kategorie: Dr.-Vöhringer-Heim + Kroatenhof

Manchmal haben sie keine Lust, mit mir zu reden


Bild 1: Anna Maria Stoll, Fagott (links) und Lena Durst, Klavier (rechts) gestalteten im Rahmen ihres Sozialpraktikums gemeinsam mit Heimleiter Thomas Kaiser einen musikalischen Nachmittag und ernteten für ihr Spiel viel Beifall.

Sie sind 14 und 15 Jahre alt, besuchen eine 9. Klasse des Nürtinger Max-Planck-Gymnasiums und absolvierten im Oktober und November ein Sozialpraktikum am Dr.-Vöhringer-Heim in Oberensingen. Das heißt: sieben Wochen lang kommen sie für einen Nachmittag in der Woche in das Pflegeheim und sind dann plötzlich mit Menschen konfrontiert, die am Ende ihres Lebens auf Unterstützung angewiesen sind. Eine Generationenspanne, die größer nicht sein könnte.

Während Lena Durst und Annamaria Stoll im großen Saal gemeinsam mit Thomas Kaiser einen musikalischen Nachmittag gestalteten, stand Kira-Sophie Müller (Bild 2) Rede und Antwort auf eine ganze Reihe von Fragen. Warum ein Sozialpraktikum im Dr.-Vöhringer-Heim? Das habe ihr am besten gefallen, ist von Zuhause aus am nächsten erreichbar, meint die junge Gymnasiastin. 

Zugegeben. Am Anfang habe sie Angst vor ihrem Einsatz im Pflegeheim gehabt. Jetzt aber mache es Spaß. Jetzt spüre sie, dass es den meisten Menschen Freude bereite, wenn sie gemeinsam mit ihren Mitschülern komme, um mit ihnen Spiele zu machen, sie zu unterhalten, zu Veranstaltungen zu begleiten oder auf den Stationen für die Bewohner beispielsweise Waffeln zu backen. 

Wenn sie Bewohner auf ihren Zimmern besucht habe, um sich mit ihnen zu unterhalten, sei sie meist ganz offen empfangen worden. Andere aber hätten auch mal keine Lust zum Gespräch gehabt, seien verschlossen geblieben. Da müsse man schon auch mal schlucken. 

Ja, doch, manchmal mache man sich schon Gedanken, wenn man als junger Mensch mit Menschen in deren letzter Lebensphase konfrontiert werde. „Wird es mir später auch einmal so gehen?“ Vor der Arbeit der Pflegekräfte in einer solchen Einrichtung habe sie großen Respekt. Auch wenn sie selbst noch nicht wisse, welchen Beruf sie einmal ergreifen wolle, die Erfahrungen während des Sozialpraktikums im Dr.-Vöhringer-Heim, würden ihr bestimmt helfen. Sie bereue diese Wochen nicht.