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23.11.17 - Kategorie: Samariterstift Ammerbuch

Ehrenamt im Samariterstift - ein Gewinn für beide Seiten


Helfen, wo Unterstützung gefragt ist. Etwas Sinnvolles tun, einfach da sein und zuhören. 
Das sind nur ein paar Dinge, die das Ehrenamt leistet. Dankbarkeit und das Leuchten in den Augen der Bewohner sind dabei der größte Dank. Ehrenamt bringt nicht nur Abwechslung und Freude in den Alltag der Senioren. Ehrenamt bereichert auch den eigenen Alltag in vielerlei Hinsicht.

Martina Hanstein, die sich seit drei Monaten im Samariterstift in Entringen ehrenamtlich engagiert, kann dies nur bestätigen.

"Eigentlich habe ich immer ein gutes Gefühl, wenn ich wieder nach Hause gehe. Es kommt immer sehr viel zurück. Die Senioren freuen sich, wenn man ihnen zuhört. Auch gemeinsames Spazierengehen ist immer wieder sehr beliebt", erzählt die 59-jährige Helferin.

Die aus Breitenholz stammende Mutter von vier Kindern ist schon seit längerem in der Waldorfschule in Tübingen ehrenamtlich tätig. Dort setzt sie sich mit viel Herz für Kinder und Jugendliche ein. Nicht nur die Wertschätzung gegenüber Kindern sind ihr wichtig, auch der respektvolle Umgang gegenüber der älteren Generation beschäftige sie schon seit geraumer Zeit.

Durch das Gemeindeblatt "Ammerbuch aktuell " ist sie über die Geschichten des Samariterstifts in Entringen aufmerksam geworden. Und da Hanstein auf der Suche nach neuen Herausforderungen war, meldete sie sich spontan bei der Ehrenamtskoordinatorin des Hauses Sandra Zanker und bot spontan ihre Mitarbeit an. „Für die Arbeit mit Senioren habe ich mich entschieden, weil ältere Menschen in unserer Leistungsgesellschaft oft nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Ich hoffe, dass ich gelegentlich den Bewohnern hier im Haus etwas Freude machen und ihnen das Gefühl dazuzugehören vermitteln kann“, erklärt sie eindrucksvoll. Und nach einem kurzen Gespräch mit der Ehrenamtsbetreuerin fanden beide Seiten schnell heraus, was den Bewohnern im Samariterstift Freude bereitet und ihr auch selber großen Spaß machen könnte. Martina Hanstein ist eine leidenschaftliche Leserin, und nutzt jede freie Minute, um in einem guten Buch zu schmökern.
Seit drei Monaten kommen nun die Senioren in den Genuss, ihren Geschichten zu lauschen. Mal sind es heitere Kurzgeschichten oder es gibt auch mal einen Roman in mehreren Folgen.

"Allerdings gibt es Tage, da sind die Bewohner aufgeschlossen und bereit, sich auf die Lesestunde einzulassen, an anderen Tagen eher weniger. Das macht aber nichts, die Tagesform ist ja bei allen Menschen nicht immer gleich. Viel wichtiger ist es auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen und das richtige Buch für den jeweiligen Bewohner oder die Gruppe zu finden", erzählt die rüstige Dame.

"Ich wurde von Anfang an sehr herzlich und von allen freundlich aufgenommen. Auch die anderen „Ehrenamtlichen“, die ich bei einem gemeinsamen Treffen kennenlernen durfte, sind alle sehr nett und kooperativ. Ich fühle mich jetzt schon sehr wohl hier im Haus“, fügt die gelernte Industriekauffrau hinzu.

Durch Ihr positives und verständnisvolles Wesen, überzeugt sie nicht nur die Senioren im Haus auch die Mitarbeiter des Samariterstifts sind ganz angetan vom ehrenamtlichen Engagement der Dame.

"Ich möchte auch ein Vorbild für meine Kinder sein. Kinder brauchen Werte, sie sind eine wichtige Orientierung beim Umgang mit anderen Menschen und in der Gesellschaft", lächelt sie. "Erstaunlich ist, dass alle Leute, denen ich von meiner neuen ehrenamtlichen Tätigkeit erzähle, es ganz toll und wichtig finden, was ich mache. Vielleicht findet in unserer immer alternden Gesellschaft langsam ein Umdenken statt",fügt sie nachdenklich hinzu.