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09.03.17 - Kategorie: Rosa-Körner-Stift, Otto-Mörike-Stift

Gehen um anzukommen

Angelika Wenning übergibt die Hausleitung im Otto-Mörike-Stift an Stefanie Liebig


Seit dem Spatenstich gehören das Otto-Mörike-Stift und Angelika Wenning zusammen. Zwölf Jahre hat die heute 52jährige das Haus mitten im Ortskern von Flacht geführt. Zwölf Jahre in denen dort ein Team zusammengewachsen und gemeinsam groß und erfahren geworden ist. Jetzt übernimmt zum 1. März Stefanie Liebig die Hausleitung.

Dass Angelika Wenning das Otto-Mörike-Stift verlässt, ist nicht das allerneueste. Immer mal wieder ist sie auch in der Vergangenheit einfach mal weg gewesen. Nicht immer kurz, meistens länger. „Das ist so meine Art. Das mache ich, um den Kopf frei zu kriegen und wieder ganz unvoreingenommen auf meine Arbeit und Aufgaben blicken zu können.“ Dann kam sie wieder zurück von ihren Urlauben, Auszeiten und packte wieder an. Wunderbare, kreative und ungewöhnliche Aktionen fanden unter ihrer Führung den Weg ins Leben und in das Geschehen im Ort. Unvergessen, die Strickaktion. Mehr als 100 Strickerinnen haben sich daran beteiligt. Es wurde ein Schal gestrickt, mit dem die fleißigen Stricklieseln Weissach und Flacht miteinander verbanden. Was mitunter der Lokalpolitik gar nicht so einfach gelingt, bei den Samariterstiftlern wurden die möglichen Probleme quasi einfach um den Finger gewickelt und ein Guiness-Buch-verdächtige Mamutleistung entstand. Von überall her erhielten sie im Otto-Mörike-Stift Strickstücke, die fleißige Bewohnerinnen aneinanderfügten und selbst strickend ergänzten.

Ebenso rekordverdächtig, war die Aktion „Otto läuft“. Dabei machten sich Bewohnerinnen und Bewohner symbolhaft auf den Weg ins Heilige Land. Sie legten Runde um Runde im Haus Kilometer zurück, mit Rollstuhl, Gehstock oder Rollator. Die gelaufenen Kilometer wurden maßstabsgetreu übertragen und umgerechnet auf die tatsächlich zu laufende Wegstrecke. Stück für Stück eroberten die Hausbewohner so ferne Länder wie die Türkei, Syrien oder Jerusalem. Dabei erfuhren sie nicht nur etwas über Land und Leute, sie nahmen so ebenso Anteil an derzeitigen aktuellen Geschehnissen, wie beispielsweise der Not in Syrien.

Gigantisch, wahrlich auch die Aktion mit der Schlapper-Schnecke. Wobei auch diese wieder symbolkräftig die beiden Ortsteile Weissach und Flacht verband. Denn die Weissacher heißen im Volksmund „die Schlepper“, weshalb die Schnecke als Mosaik im Eingang des Otto-Mörike-Stiftes gestaltet, auch einen ausgetretenen Schlappen als Haus auf dem Rücken trägt. Die Flachter sind im Volksmund „die Schnecken“. „Diese besonderen Aktionen haben uns zusammengeschweißt. Haben bewirkt, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner im Haus zu Hause, dazugehörig fühlen“, ist sich die scheidende Hausleiterin Angelika Wenning sicher.

Lange hat sie den Schritt, den sie jetzt geht, überdacht. „Aber, alles ist gut aufgestellt. Mit Stefanie Liebig übernimmt eine erfahrene Kraft diese Aufgabe“, sagt sie. Seit 30 Jahren ist sie nun auf und in verschiedenen Stellen und Funktionen für die Samariterstiftung tätig. „Da finde ich es an der Zeit, mal eine Auszeit zu nehmen und danach Neues zu wagen“, sagt sie. Sie möchte einen offenen, klaren Blick auf die Dinge behalten, die sie tut. „Wenn ich so lange als Hausleitung wirke, dann setze ich irgendwie ganz bewusst immer wieder meine persönlichen Schwerpunkte. Ich favorisiere, polarisiere, das, was mich bewegt. Deshalb finde ich es an der Zeit, dass jetzt mal ein neuer Blick aufs Haus geworfen wird. Ich weiß, dass dies mit Stefanie Liebig ganz wunderbar gelingen wird:“ Zunächst wird sich Angelika Wenning etwa ein halbes Jahr eine Auszeit nehmen. Danach wird sie sehen, wo sie in der Region in welcher Funktion weiter für die Samariterstiftung aktiv sein und wirken kann.