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28.03.17 - Kategorie: Samariterstift Ammerbuch

Eine glückliche Fügung


Mit Freude in der Küche: Eva Fritz, Carmen Mezger, Magdalena Dyballa

Es sind oft die Zufälle, die Menschen hin und wieder zusammen bringen. So auch geschehen bei der seit 52 Jahren in Entringen lebenden Eva Fritz, die immer wieder im Gemeindeblatt von Ammerbuch die gefühlvollen Artikel über die Bewohner und die Ehrenamtlichen des Samariterstift gelesen hatte.

Schon oft schoss ihr dabei der Gedanke durch den Kopf, dort einfach mal vorbei zu schauen. „Ich hatte ja Zeit und nachdem auch die Kinder inzwischen aus dem elterlichen Haus gezogen waren, fehlten die Aufgaben um so mehr“, erklärte die sympathische Rentnerin, die inzwischen 71 Jahre alt geworden ist. Aber einfach so in ein Seniorenheim zu spazieren und Hilfe anzubieten, das war nicht die Art und Weise, wie sich Eva Fritz anpreisen wollte. Und so verging die Zeit. Um ein paar Ecken herum erfuhr schließlich Sandra Zanker vom Samariterstift von der Dame und Ihren tiefen Ambitionen. Ein Grund, um einfach mal ein Telefonat zu riskieren. 

Der Kontakt war dann auch schnell hergestellt und Themen gab es mehr als genug, den Fritz hatte Jahre zuvor schon einmal in einer Großküche gekocht. So kam es auch zu einem schnellen Treffen, denn die Rentnerin wohnt nur ein paar Schritte von der Einrichtung entfernt. Die anfängliche Schüchternheit der Rentnerin war schnell verflogen, als Sie merkte, dass man Sie mit offenen Armen begrüßte und sehr dankbar über Ihre Hilfe war. „Und wenn sie heute fast täglich durch die Türe des Samariterstift kommt, dann geht einfach die Sonne auf", sagt Zanker freudig. „Aber nicht nur für unsere Bewohner, auch die Mitarbeiter sind ganz glücklich, denn die herzliche Dame unterstützt stets wo sie nur kann", schiebt die Ehrenamtsbetreuerin schnell noch nach.

Nicht nur das Gemüseschneiden in der Küche, auch die Gefühlswelt der Bewohner ist für Eva Fritz kein Buch mit sieben Siegeln. Oft setzt sie sich nur an den Tisch und führt ein liebevolles Gespräch und hält mal die Hand, wenn sie spürt, was ihr Gegenüber braucht. Auch wenn es die Bewohner beim schönen Wetter nach draußen zieht, keiner muss lange warten, Fritz steht schon parat.

„Unglaublich, wieviel Schwung und Elan die 71 jährige Dame ins Haus gebracht hat und mit wieviel Herz sie dabei ist", ergänzt Kollegin Magdalena Dyballa, die als Betreuungskraft im Samariterstift tätig ist. „Vor allem mittwochs, wenn ich mit ein paar Bewohnern Kuchen backe, dann kommen die anderen immer etwas zu kurz", erklärt die Betreuerin. „Es ist deshalb jetzt sehr schön, dass Eva mich dabei unterstützt."

Zum Schluss lächelt Eva Fritz noch einmal beim Erzählen und erklärt: „Das Glück ist das einzige , was sich verdoppelt, wenn man es teilt". Das Samariterstift ist für jede Hilfe sehr dankbar.