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05.07.17 - Kategorie: Samariterstift Ammerbuch, Neues aus der Samariterstiftung

Nachtwache: Herausforderung oder Berufung?


Seit nun mehr als 38 Jahre ist Marietta Piccolo in der Nachtwache für die Samariterstiftung tätig. Die inzwischen 60-Jährige Krankenschwester begann ihre Ausbildung in Hof und zog dann nach dem ersten Kind Richtung Tübingen. Dort arbeitete die gebürtige Oberfränkin zunächst im Tagdienst des Samatriterstifts. Doch schon schnell bemerkte die Mutter von fünf Kindern, dass der Nachtdienst viel näher an ihre Vorstellungen für eine altengerechte Pflege kommt.

„Ich bin sowieso ein absoluter Nachtmensch", sagt die gelernte Kinderkrankenschwester von sich selbst. Auf die Frage, was die Pflegerin denn an der Nachtwache so liebt, vergeht keine Sekunde der Überlegung: „Erstens arbeite ich gerne alleine, und zweitens kann ich mir meine Arbeit über die Nacht selbst einteilen.” Zudem ergänzt die bei Mössingen lebende Mitarbeiterin, dass gerade die unterschiedlichen Bedarfe der Hausbewohner ihr nachts die Möglichkeit geben, auch einmal mehr Zeit aufzubringen, wie das am Tage möglich ist. „ Ich kann bei der Nachtwache jedem Einzelnen soviel Zeit und Aufmerksamkeit geben, wie er oder sie haben möchte. Zudem möchte ich bei meiner Aufgabe auch den Menschen im Haus etwas Sicherheit vermitteln. Außerdem bin ich sofort da, wenn man mich braucht", erklärt die Pflegerin sehr eindrucksvoll. Mit dem schönen Nachsatz: „ ...ich gebe auf euch acht", unterstreicht Marietta Piccolo, worauf es ihr bei ihrer Arbeit persönlich ankommt.

Natürlich klingelt nachts auch mal jemand, der einfach nicht schlafen kann und jemanden zum Reden braucht. In unserer hektischen Zeit hat doch kaum noch jemand Zeit für die oft einsamen alten Menschen mit ihren Sorgen und Nöten. Und das Tagesprogramm für die Kolleginnen und Kollegen lässt neben den vielen Aufgaben nur geringen Spielraum für eine tiefere Beziehung. 

Um 20.45 Uhr beginnt für Piccolo der Arbeitstag. Obwohl die Schicht dann um 7 Uhr morgens zu Ende ist, denkt die Krankenpflegerin jedoch nicht immer gleich an den Heimweg. „Eine fachgerechte Übergabe der Vorkommnisse mit entsprechender Dokumentation ist immer notwendig und unterstützt meine Tageskollegen enorm", fügt sie hinzu. So kann es dann auch mal 10 Uhr werden, bis die Nachtschwester das Samariterstift mit kleinen Augen verlässt. „ Marietta Piccolo ist eine Person, die mit Herz und Leidenschaft ihren Beruf ausfüllt", bestätigt Pflegefachkraft Viktoria Breining. „Außerdem hat sie mir einmal sehr überzeugend erklärt, dass sie ihren Beruf unendlich liebt und nichts anderes machen möchte als das, was sie hier für uns macht. Und das immerhin auch schon seit fast 20 Jahren hier im Samariterstift in Entringen", so die stellvertretende Hausleitung. Respekt!