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28.02.17 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung, Samariterstift Obersontheim

Auf dass der Laden weiter so laufen möge wie bisher: rund

Frank Silbermann gibt die Regionalleitung in Obersontheim nach 27 Jahren in andere Hände und geht in Ruhestand.


„Damals ging es noch um die Frage, ob man den Staub des alten Fürsorgesystems wegbekommt und das alte Samariterstift in eine zukunftsorientierte Einrichtung der Eingliederungshilfe professionalisieren kann“, erinnert sich Frank Silbermann an seinen Anfang 1990 im Samariterstift Obersontheim. Heute, 27 Jahre später, blickt er auf eine gute Entwicklung.

Die Professionalisierung Obersontheims hat mit der gesellschaftlichen Entwicklung Schritt gehalten und mittlerweile ein hohes Niveau erreicht. Die sozialpsychiatrische Versorgung im Landkreis Hall ist gut entwickelt und hat einen breiten Differenzierungsgrad erreicht. Alle Bausteine der Eingliederungshilfe sind vorhanden, die Leistungsfähigkeit des sozialpsychiatrischen Dienstes ist abgesichert. Für Silbermann ein guter Zeitpunkt, um den Führungsstab zu übergeben. Mit 63 Jahren wird er in den Ruhestand verabschiedet. Christoph Holl, der bisherige pädagogische Leiter des Samariterstifts Obersontheim wird zum 1. April die Silbermann-Nachfolge antreten. 

„Es war und ist eine reizvolle Aufgabe“, urteilt er über die Regionalleitungsaufgabe in Obersontheim, „Wir haben immer darauf geschaut, was die Menschen von uns brauchen. Dafür haben wir Strukturen aufgebaut.“ Silbermann erinnert sich gut an die Zeit, als er mit der sozialen Arbeit vor Ort begonnen hat. „Es gab wirklich gute Entwicklungsmöglichkeiten.“ Doch auf keinen Fall sei dies allein sein Verdienst gewesen. „Ich habe das große Glück gehabt, immer eine richtig gute Mannschaft an meiner Seite zu haben, die mit mir am selben Strang gezogen hat.“ Bereits nach einem halben Jahr fiel auf, dass die ambulanten Angebote zu wenig beachtet worden waren. Es wurde nachjustiert. 1992 wurde im Samariterstift mit dem ambulant betreute Wohnen begonnen.

Eine der ersten Tagesstätten 

Seit 2005 ist Silbermann Regionalleiter der Sozialpsychiatrie. Zuvor war er 15 Jahre pädagogischer Leiter des Samariterstifts Obersontheim, zu dem mittlerweile Einrichtungen in Schwäbisch Hall, Crailsheim, Blaufelden und Obersontheim gehören. 

1999 wurde die Tagesstätte in Hall eröffnet, eine der ersten ihrer Art im Land. Im Hintergrund hat die gesamte Mannschaft das Projekt mitentwickelt. Dabei ist das Samariterstift sowohl Antreiber wie Ausführender. Es werden Trends entwickelt und aufgenommen, Entwicklungen initiiert und begleitet, Offenheit gelebt und eingefordert. Obersontheim liegt von der Hauptverwaltung in Nürtingen am entferntesten von allen Einrichtungen. Das habe immer auch bedeutet, dass Obersontheim Freiräume im Agieren in Anspruch habe nehmen können – und, so Silbermann – es auch gewollt so praktiziert. Dabei habe man sich stets auf die Gesamtstiftung verlassen können. 

Nie habe er in einem Job arbeiten wollen, der lediglich der Gewinnmaximierung dient. Deshalb hat der junge Silbermann Erziehungswissenschaften studiert. Nach Stationen in anderen Organisationen drehte sich in Obersontheim zunächst alles ums Schloss. Es folgten Außenstellen in Crailsheim und Hall. Seitdem hat sich Obersontheim zu einer dezentralen inklusiven Einrichtung entwickelt. Heute ist „Oso“ wie Obersontheim liebevoll abgekürzt wird, in 20 Gebäuden im Landkreis ansässig – das Schloss gehört nicht mehr dazu. 

Dass jeder im Samariterstift von jedem lernen kann, das ist Silbermann wichtig. Dass über Hierarchieebenen hinweg eine Verständigung für jeden möglich ist, hält er für wesentlich. Wenn er in den Ruhestand verabschiedet wird, dann wünscht er sich, dass der Laden weiter so läuft wie bisher: einfach rund.