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13.12.17 - Kategorie: Dr.-Vöhringer-Heim + Kroatenhof

Oh Tannenbaum

Bewohner, Ehrenamtliche und Mitarbeitende des Dr. Vöhringer Heims schmücken gemeinsam


Ein Weihnachtsbaum ist ein Weihnachtsbaum, weil er nicht nur nackt und grün da steht, sondern, weil er schön geschmückt ist. Der erste Schritt vom bloßen Grün zum geschmückten Weihnachtsbaum vollzog sich etwa 1400. Seinerzeit war es ein mit Äpfeln, Oblaten, Nüssen und Lebkuchen geschmückter Gabenbaum. Er wurde 1419 von der Zunft der Bäckerknechte in Freiburg im Breisgau für die Armen im Heilig-Geist-Spital aufgestellt. In dieser Tradition sind auch in der Nürtinger Innenstadt auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt wunderschöne Prachttannen aufgestellt, an denen sich jeder Besucher erfreuen kann. Zwei davon sind das Gemeinschaftswerk von Bewohnern, Ehrenamtlichen und Betreuungsassistentinnen des Oberensinger Pflegeheims. Sie haben schon Wochen vorher gemeinsam gebastelt, geklebt und gefaltet. Gemeinsam geschmückt wurde außerdem. 

In den Anfängen der Christbäume waren diese mit Essbarem geschmückt, das die Kinder nach und nach vom Baum plündern durften. Bis ins späte 19. Jahrhundert stand dieser vergängliche Christbaumschmuck im Vordergrund. Die Menschen waren damals arm und so galten Obst, Gebäck und Süßigkeiten als Festtagsgeschenke. Dann in der Biedermeierzeit trug der Baum Kerzen, die mit Stecknadeln oder Wachs auf den Zweigen befestigt waren und später dickwandige Kugeln aus Glas. 

 

In der Gründerzeit erreichte der Weihnachtsbaum seine bis dahin größte Verbreitung. Die Menschen glaubten an den Fortschritt und waren wohlhabend. Deshalb waren die Weihnachtsbäume üppig geschmückt. Dünnwandige Kugeln und andere Objekte aus Glas wanderten von 1867 an die Tannenbäume, als in Lauscha (Thüringen) die Gasanstalt gebaut wurde und besser produziert werden konnte.

Der bis in die heutige Zeit reichende Siegeszug der Christbaumkugeln begann allerdings erst ab dem Jahr 1870, als man damit anfing, den Glanz der Kugeln mittels Silbernitrat herzustellen. Bis dahin verwendeten die Glasbläser Zinn und Blei, was gesundheitsschädlich war und außerdem mit den damals zur Verfügung stehenden technischen Mitteln eine Serienfertigung unmöglich machte.

Als die mittlerweile auch in allen Farben erhältlichen Kugeln 1880 in die USA exportiert wurden, gab es einen weiteren Auftragsschub für die thüringischen Hersteller. Neben der auf Hochtouren laufenden Massenfertigung wurde auch weiter geforscht und entwickelt. Die Glasbläser formten nun auch verschiedenste Figuren und Formen, wie Nüsse oder Vögel. Besondere Kunden erhielten auch einmal ein Präsent in Form eines Engels mit einer Trompete und beweglichen Flügeln. Die Nürtinger bekommen nun auch solch ein besonderes Geschenk: zwei Weihnachtsbäume vom Dr. Vöhringer Heim! Die Bäume stehen unmittelbar vor der Buchhandlung im Roten Haus.