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08.03.16 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung, Dr.-Vöhringer-Heim + Kroatenhof

Gute Wünsche für die Krone

Zukunftswerkstatt für das alte Gasthaus in Oberensingen bringt konkrete Ergebnisse


Mehmoud Kashif lebt seit zwei Jahren in Deutschland. Der 22- jährige ehemalige Informatikstudent kommt aus Pakistan und freut sich, dass jetzt in der Krone in Oberensingen ein offener, lebendiger Bürgertreff entstehen soll. Dass er allen Menschen offen steht, gleich welcher Nationalität, welchen Alters oder Geschlechtes findet er einen schönen Ansatz. Deshalb ist er zur Ideenwerkstatt gekommen. 30 Bürgerinnen und Bürger aus Oberensingen, Vertreter örtlicher Vereine und Institutionen haben im Ökumenischen Gemeindezentrum zusammengefunden und gemeinsam nach Gestaltungsmöglichkeiten für die Krone gesucht. 

Fast vier Stunden haben sie über Plänen, Skizzen und Fotos zusammengesessen. Sie haben Visionen sprudeln lassen, Träume vorgestellt und am Ende ganz Konkretes auf den Weg gebracht. So haben sich Gruppen zusammengetan, die sich ganz speziell mit den Themen Veranstaltungen, Bauvorhaben, und Caféangebot beschäftigen werden. Sie sind die Kümmerer, die mit dafür Sorge tragen, dass die Krone zu dem wird, was sie früher schon war. Kunst und Kultur sollen in der Krone zusammen kommen. Die Vereine teilen sich ein Büro als Geschäftsstelle mitten im Flecken. Mit dabei sind Mitglieder von Sportverein, dem Liederkranz, der Handwerkervereinigung, der städtischen Bücherei, dem Arbeitskreis Asyl und andere.

„Ich erinnere mich. Sonntags sind wir immer nach der Kirche in die Krone gegangen“, erzählt eine Anwohnerin, die nicht verraten möchte, wie alt sie heute ist. Die Krone sei das schönste Gasthaus am Ort gewesen. „Dort haben sich immer alle getroffen“, pflichtet eine weitere Dame bei, „wenn man wissen wollte, was im Ort los ist, ist man in die Krone gegangen.“ Hannes König, als Prozessbegleiter, Yannick Petzold, freiberuflicher Mitarbeiter der Samariterstiftung, Jürgen Geissler, Vorsitzender des Bürgerausschusses und Andreas Schlegel, Quartiermanager der Samariterstiftung haben durch den Vormittag geführt. Zur Debatte standen Fragen wie: Was wünsche ich mir in der Krone; was befürchte ich, wenn ich an die Krone denke; was möchte ich in der Krone nicht erleben – gefragt waren aufrichtige Antworten. „Damit die Krone wirklich Bedürfnisse befriedigt, müssen wir erfahren, was die Menschen tatsächlich über dieses Projekt denken“, sagt Hannes König. Vor diesem Hintergrund ist es ein Erfolg für das Projekt, dass Vertreter des Liederkranzes, des Bürgerausschusses, des TSV Oberensingen oder der Bücherei sowie dem Arbeitskreis Asyl bei der Ideenwerksatt aktiv mitgewirkt haben. Es gibt mehrere Zielgruppen für dieses Projekt: Psychisch kranke Bewohner der Wohnstätte Oberensingen kommen mit Oberensingern in Kontakt, ebenso Flüchtlinge, die der AK Asyl unterstützt. Vereine vor Ort erhalten Büroraum mit Infrastruktur.

Khaled Shamsi kommt aus Syrien und ist seit Oktober 2013 in Deutschland. Der Mediziner, der hauptamtlich bei den Maltesern in Nürtingen die ankommenden Flüchtlinge berät, kann sich gut vorstellen, im Krone-Projekt mitzuwirken. Er möchte gern, dass sich die deutsche und die arabische Kultur näher kommen. Sein Freund Gihad Taoma, dessen Haus in Damaskus von Bomben zerstört wurde, ist Koch und wünscht sich, dass in der Krone irgendeine Möglichkeit besteht, für Gäste und Landsleute arabisch zu kochen. Gewünscht werden außerdem: Männervesper, Frühschoppen, offene Runden oder Spieleabende. Die einen verrücken Wände in der Krone, die anderen lassen alles wie es ist. Allen gemein ist, dass es eine Bühne in der Krone geben soll. Noch bewegen sich mehr vage Vorstellungen, Visionen, Träume durch den Raum, doch nach vier Stunden gibt es konkrete Vorhaben. So soll auf jeden Fall ein Café-Angebot entwickelt werden. Außerdem sind zu verbindlichen Terminen offene Treffen geplant. „Verlässlichkeit ist ein sehr wichtiges Argument“, sagt Jürgen Geißler. Diskutiert wird über Wasseranschlüsse; behindertengerechte Toiletten oder einen geeigneten Eingangsbereich für Rollstuhlfahrer. Immer wieder stoßen die Macher auf ein Problem: das Ganze muss recht kostengünstig geplant werden, denn Zuschüsse sind begrenzt. Deshalb sind weiterhin Menschen gesucht, die sich gern mit ihrem Fachwissen und ihren Verbindungen in dieses Projekt einbringen wollen. 

Die ehemalige Gaststätte Krone in Oberensingen gehört zum Ortsbild und ist schon in alten Zeiten einer der Plätze gewesen, wo sich Menschen getroffen haben, um Neuigkeiten auszutauschen, Ortspolitik zu gestalten oder Kontakte zu knüpfen. Vor diesem Hintergrund haben sich der Bürgerausschuss Oberensingen und die Samariterstiftung gemeinsam dafür stark gemacht, die Krone zu einem lebendigen Bürgerhaus zu entwickeln. In die Gestaltung sollen möglichst viele Ideen einfließen, damit das innovative Nachbarschaftsprojekt den verschiedensten Bedürfnissen und Anforderungen gerecht werden kann.


KONTAKT:

Tel.07022-2080004
Mail: info@krone-oe.de