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26.02.16 - Kategorie: Samariterstift Gärtringen, Diakoniestation Gärtringen, Neues aus der Samariterstiftung

"Alles aus einer Hand" und mitten im Ort

Gärtringen: Das Samariterstift feiert sein 20-jähriges Bestehen - Künftig nur noch Einzelzimmer


GB-Foto: Holom Text -gti-

20.2.2016 Gäubote Gärtringen

Das 20-jährige Bestehen feierten Samariterstift und Diakoniestation Gärtringens am Freitag. Die zentrale Lage mitten im Ort hoben Bürgermeister Thomas Riesch und andere Redner als einen zukunftsweisenden Weg hervor, den die Einrichtung gegangen sei. Weil das Haus im Februar 1996 bezogen wurde, fand die Jubiläumsfeier im gleichen Monat statt. 74 Plätze standen und stehen im Stift zur Verfügung. Im Samariterstift und in der Diakoniestation sind 170 Mitarbeiter im Einsatz. "Wir achten auf gute Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiter", betonte Leiter Matthias Kircher. Beispielsweise gibt es für sie einen Ruheraum. Stolz ist er auch auf die eigene Küche. "Alles wird selbst gekocht", so Kircher. Mit einem Ständchen eröffneten die Kindergartenkinder die Feier. "Wir sind nur zwei Häuser von euch weg", lauten Liedzeilen, die die Jungen und Mädchen vortrugen und anlässlich des Jubiläums Schilder durch die Luft schwangen, auf denen die Zahl 20 stand. "Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind", sagte Kircher zur Begrüßung. Alle Stühle im Eingangsbereich waren belegt. "Wissen Sie, wer Eugenie Kimmerle war?", wollte er von den Gästen wissen. Dass diese Dame zu den ersten Bewohnern des Stifts gehörte und über 17 Jahre im Haus lebte, berichtete der Leiter. Insgesamt hätten innerhalb der 20 Jahre mehr als 1 000 ältere Menschen ihren Lebensabend im Stift verbracht. 

Dr. Eberhard Goll, Vorstand der Samariterstiftung mit Sitz in Nürtingen, sprach in seiner Rede von "einem großen Projekt". 33 Millionen D-Mark seien damals investiert worden. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen", meinte er. Offen sei der Bau gestaltet worden, und durch die Ortsnähe könnten die Bewohner leicht die evangelische Kirche erreichen. Nach dem Prinzip "alles aus einer Hand" habe die Einrichtung agiert: Tagespflege, ambulante Pflege, Begegnungsstätte und offener Mittagstisch wurden angeboten. 2007 kamen neue Aufenthaltsbereiche dazu. "Das Heim ist kein gewöhnliches Heim, sondern es ist eine Heimat mitten im Ort", versicherte Bürgermeister Thomas Riesch. Auch stehe es vielen Gruppen zur Verfügung. "Das ist ein gelebtes Miteinander", so der Bürgermeister. Schon 1978 habe der damalige Bürgermeister Hans Drexler auf den Bedarf einer solchen Einrichtung hingewiesen. "Die Ortsmitte war noch nicht beschlossen", sagte Riesch. Als Alternative sei die Villa Schwalbenhof im Gespräch gewesen. Doch 1988 habe sich der Gemeinderat für den jetzigen Standort entschieden. Als einen Wunsch äußerte der Bürgermeister, dass er es gern sehen würde, wenn man wieder wie früher eine Tagespflege anbieten könnte. 

Die zentrale Lage hatte auch den evangelischen Pfarrer Hans-Jürgen Schock beeindruckt. Zehn Umzüge hatte er hinter sich, bevor er nach Gärtringen kam. Doch nirgends seien Senioren so nah bei den anderen Ortsbewohnern untergebracht worden. "Das Haus hat mich auch entschleunigt. Dazu tragen die Gespräche mit den Bewohnern bei." Sein katholischer Kollege Dr. Sebastian Mukoma ging auf das Samariter-Gleichnis ein, bei demman auf den Nächsten achten und Barmherzigkeit zeigen solle. Diese Botschaften "werden hier im Stift gelebt". Beide Pfarrer wünschten dem Haus Gottes Segen. Die Vorsitzende des Heimbeirates, Hildegard Diehl, lobte den regen Austausch zwischen Jung und Alt, der im Samariterstift gepflegt werde. Sie erwähnte außerdem die zahlreichen Angebote. Kochen, Backen und Stricken gehören unter anderem dazu. Seit kurzem neu aufgenommen wurde die Rollstuhlgruppe. "So kommen die Bewohner mal aus dem Haus heraus", meinte Kircher. 

In einer Gesprächsrunde trafen jene zusammen, die von Anfang an dabei waren. "Das Haus war mir eine Herzensangelegenheit", versicherte der Alt- Bürgermeister Hans Drexler. Mechthild Jauß, damals Pflegedienstleiterin, griff auf, was sich verändert hat. Früher hätten Angehörige eher Probleme gehabt, einen Heimplatz zu finden. Heute sei die Pflege zu Hause stärker gefragt. Und die ehemalige Küchenleiterin Elvira Mattes sprach ihre damaligen Aufgaben an: Einkauf und Speiseplanerstellung zählten dazu. Wegen neuer gesetzlicher Regelungen stehen Umbau-Maßnahmen an. Vorgesehen ist etwa, dass das Haus komplett über Einzelzimmer verfügen soll. "Es werden keine riesigen Kosten auf uns zukommen", sagte Kircher. Geplant ist ein Rundgang mit Architekten, um alles Weitere zu klären. GB-Foto: Holom Text -gti-