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08.08.16 - Kategorie: Samariterstift im Mühlenviertel

Ran an die Maus !

Schülerfirma übergibt Internetcafé an Auszubildende der Firma Zeltwanger


Nach zwei intensiven Jahren wechselt nun die Stabsführung des Internetcafés „Kaffeklatsch“ in Derendingen. Im Samariterstift im Mühlenviertel hatte die Schülerfirma der Walter-Erbe-Realschule 20154 dieses ehrgeizige Projekt ins Leben gerufen. Acht-, Neunt- und Zehntklässler hatten sich in der selbstständigen Schülerfirma zusammengefunden und sich, nebst einer ordentlichen Geschäftsstruktur und einem eigenständig entwickelten Logo, der Beratung von Senioren verschrieben, die die Welt von Maus, Mikrochip und Megabits kennenlernen wollten. Hintergrund: im Lehrplan der Achtklässler steht, dass ein soziales Projekt abgewickelt werden muss und gemäß Bildungsauftrag müssen sich Realschüler beruflich orientieren. So kam es zur erfolgreichen Zusammenarbeit des Samariterstiftes, des Bürgervereins Derendingen und der Realschule. Nachdem nun aber das dreigliedrige Schulsystem in Tübingen demnächst Geschichte sein wird und die Walter-Erbe-Realschule zum Herbst mit der Französischen Schule zusammengelegt wird, gibt es diesen bildungspolitischen Auftrag so nicht mehr. Hinzu kommt, dass Eva Pfeffer, engagierte Realschullehrerin und Mentorin des Projektes demnächst in den Ruhestand versetzt wird.

 „Ich habe lange nach einer Nachfolge gesucht“, erzählt Eva Pfeffer. Mit der Firma Zeltwanger, die Zeltwanger Holding ist eine Gruppe von fünf eigenständigen Unternehmen in Deutschland, Tschechien und den USA mit derzeit 300 Mitarbeitenden und Hauptsitz in Tübingen, hat sie nun engagierte Mitstreiter gefunden. Künftig werden jedes Jahr die Auszubildenden im zweiten Lehrjahr „Kaffeklatsch“ fortführen. „Da fällt mir ein Stein vom Herzen“, sagt die 75jährige Karin Paape. Sie ist von Anfang an beim Projekt dabei und hat schon viel gelernt. „Ich komme regelmäßig und bringe eigentlich immer meinen Laptop mit“, sagt sie. Neulich erst habe sie wieder ein richtiges Erfolgserlebnis gehabt. Ihre Enkelin habe in Nagold an einem wichtigen Gesangswettbewerb teilgenommen und im „Kaffeklatsch“ sei es gelungen, sich live in ihren Auftritt vor der Jury einzuklinken. „Das war wirklich toll. Ich habe sie ganz deutlich singen gehört.“ An die neuen Macher des Internetcafés hat sie auch schon einen Wunsch. Sie korrespondiert nämlich mit der Familie im Schwarzwald immer auf Spanisch, doch die Tastatur macht die vielen Akzente und Cedilles nicht mit. „Ich hoffe, da kann mir jemand helfen“, sagt sie. 

Das klappt sicherlich, denn die etwa zehn jungen Männer und Frauen, Auszubildene bei Zeltwanger, sind äußerst engagiert. Schon am Tag der Stabübergabe setzen sie sich sofort zu den älteren Damen und Herren und erklären. Das Erfolgsmodell kann weitergehen. Auch beim Bürgerverein Derendingen sind die Verantwortlichen froh, dass es weitergeht. Denn, „das Kaffeklatsch“ hat unser Gemeinwesen nochmals ein ganzes Stück weitergebracht“. Unzählige Unterstützer, mit kleinen und großen Gaben, haben dazu beigetragen, dass das Logo mit der leuchtend roten Kaffeekanne zum Markenzeichen für ein gelungenes Miteinander zwischen den Generationen geworden ist. Immerhin war und ist die älteste Kundin von Kaffeklatsch beachtliche 92 Jahre alt. Alle 14 Tage dienstags wird es künftig weiter heißen: Ran an die Maus!