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15.12.15 - Kategorie: Neues aus der Samariterstiftung

„Gut, dass wir miteinander gesprochen haben“

Fachtag Ehrenamt in der Samariterstiftung hilft beim Austausch


In der Samariterstiftung ergänzen nahezu 1500 Ehrenamtliche an allen Standorten die Arbeit der Hauptamtlichen. Das ist eine beachtliche Zahl. Doch die Ehrenamtlichen werden immer älter und junge kommen nicht so viele nach. Mit dieser und anderen Veränderungen im Ehrenamtsbereich hat sich der Fachtag in der Samariterstiftung befasst.

Das Thema Ehrenamt ist so wichtig wie vielfältig. Deshalb ließ es sich Vorstandsvorsitzender Frank Wößner nicht nehmen und besuchte den Fachtag in der Hauptverwaltung der Samariterstiftung. „Das Ehrenamt hat die Stiftung immer schon begleitet. Es ist ein zentrales Thema für unseren Gemeinwesenbezug. Ehrenamtliche bringen Aspekte der Normalität des Lebens in unsere Häuser“, erklärte Wößner. Er bekräftigte: „Ehrenamt ist Teil unserer Arbeit und unseres Selbstverständnisses.“ Er zeigte Verständnis für die Problembereiche, die das gemeinsame Wirken von Haupt- und Ehrenamtlichen bisweilen mit sich bringt. „Da muss man manchmal auch etwas aushalten können.“ Doch wer ein vitales ehrenamtliches Engagement haben wolle, der müsse Menschen eigene Ideen und Raum für Kreativität zugestehen. Er bestritt keineswegs, dass die Stiftung das Ehrenamt will und vor allem auch braucht, doch im Gegenzug sei die Stiftung gern bereit, für die ehrenamtlich Engagierten etwas zu tun. „Weil Sie so viel mehr sind, als nur eine Fußnote.“

Aus allen Regional-Bereichen der Stiftung waren entweder die Hausleitungen selbst, die in Kleinheimen meist höchstpersönlich für Betreuung und Koordination von Ehrenamtlichen zuständig sind, sowie die Ehrenamtskoordinatoren in die Hauptverwaltung gekommen. Gabriele Blum-Eisenhardt, Referentin für Kommunikation und Gesellschaft und in dieser Funktion verantwortlich für die Ausgestaltung ehrenamtlicher Tätigkeiten in der Stiftung, stellte Grundsätzliches zum Thema anhand einer statistischen Erhebung des Institutes für Demoskopie in Allensbach vor. Demnach sei das Problem, jüngere Menschen fürs Ehrenamt zu gewinnen, keines, was die Samariterstiftung ausschließlich betrifft. Doch Jüngere brauchten mehr Raum für eigene Entscheidungen und zur Entfaltung. Die ehrenamtliche Tätigkeit sollte für sie einen Benefit bringen. Gern entscheiden sie selber mit, wie, wo und wie lange sie sich ehrenamtlich einbringen  werden. Und unabhängig vom Alter wollten alle Menschen lieber direkt gefragt werden, ob sie sich  engagieren, als selbst dafür die Initiative zu ergreifen. In einer kleinen Fragerunde stellte sich heraus, dass sich gelebtes Ehrenamt vor allem dadurch definiert, wie die Bedingungen vor Ort grundsätzlich sind. Einhellig waren alle der Auffassung, dass ehrenamtliche Tätigkeit gut angeleitet, koordiniert und begleitet werden muss. „Ehrenamtskoordination ist aufwändiger geworden und ist echte Beziehungsarbeit, die ein Zeitbudget braucht“, fasst Blum-Eisenhardt die Grundstimmung zusammen. Ein Zeichen  der ausgewiesenen Bewertung des Ehrenamtes ist, dass mittlerweile in allen Stellenprofilen von Haus- und Regionalleitung die Aufgabe der Ehrenamtskoordination erwähnt ist. In einem Projekt werden Modelle erprobt, wer und wie die Hausleitung in dieser wichtigen Aufgabe unterstützt werden kann. Positive Beispiele, wie Hausleitungen von Kleinheimen in enger Zusammenarbeit mit einer ehrenamtlichen Koordinatorin oder einer Betreuungskraft, dies gut leisten können, wurden aufmerksam wahrgenommen. Alles in Allem wurde der Austausch rege geführt und neue Impulse aus der Diskussion mit auf den Weg genommen.