Aktuelle Entwicklungen

In den folgenden Jahren wurde die Koordination und Kooperation der „neuen“ Samariterstiftung gefördert und die Arbeit fachlich vertieft. Außerdem galt es, die Substanz der Altbauten durch Sanierungen zu erhalten und bestehende Einrichtungen umzubauen und zu erweitern, etwa das Samariterstift Neresheim (1978/79) und das Dr.-Vöhringer-Heim in Nürtingen-Oberensingen (1984/85).

Nach und nach kamen im Lauf der Jahrzehnte zahlreiche neue Häuser hinzu, so im Bereich Altenhilfe

–   das Seniorenzentrum am Parksee in Leonberg (Neubau 1977, Umbauten 2002 und 2013),
–   das Samariterstift Aalen (Übernahme 1980, Neubau 1988, Umbau/Sanierung 2013), zu dem auch eine Wohnpflegegruppe für an Multipler Sklerose erkrankte Menschen gehört,
–   das Samariterstift Ostfildern (Neubau 1984, Umbau/Sanierung 2014),
–   das Samariterstift Pfullingen (Übernahme 1985, Neubau 1993, Umbau/Sanierung 2014), 
–   das Samariterstift Münsingen (Neubau 1990, Umbau/Sanierung 2014) und
–   das Samariterstift Gärtringen und das Samariterstift Geislingen (Neubauten 1996), 
–   das Samariterstift Ammerbuch (Neubau 1998)
–   das Haus im Park in Dettenhausen (Neubau 2003 als Ergänzung und Erweiterung der seit 1983 bestehenden Wohnanlage), 
–   das Rosa-Körner-Stift in Weissach (Neubau 2004)
–   das Otto-Mörike-Stift in Weissach-Flacht (Neubau 2005),
–   das Haus am Stadtgarten in Pfullingen (Neubau 2007)
–   das Samariterstift Altenstadt in Geislingen (Neubau 2007)
–   das Samariterstift Nufringen (Neubau 2009)
–   das Samariterstift im Mühlenviertel in Tübingen-Derendingen und das Christiane-von-Kölle-Stift in der Tübinger Weststadt (jeweils als Ersatzneubauten 2009 für das abgebrochene Haus am Österberg)
–   das Samariterstift am Ulrichsberg in Neresheim (Neubau 2011) und
das Samariterstift Ebnat in Aalen-Ebnat (Neubau 2012), jeweils als Ersatz für
das aufgegebene Pflegeheim im Samariterstift Neresheim) und
–   das Samariterstift Dachtel in Aidlingen-Dachtel (Neubau 2013).

Im Zusammenhang mit dem Neubau des Samariterstifts Geislingen hatte die Samariterstiftung 1993 den Betrieb des Bürgerheims Geislingen übernommen, eines rund 100 Jahre alten Hauses, das seit 1996 als reines Altenheim genutzt und schließlich 2011 aufgegeben wurde. – Von 1998 an führte die Samariterstiftung für mehr als 13 Jahre in Aalen eine Geriatrische Rehabilitationsklinik, deren Betrieb wegen zurückgehender Auslastung im September 2011 eingestellt wurde.

Seit etwa Mitte der 90er Jahre öffnet sich die Samariterstiftung zunehmend dem Aufgabenspektrum der ambulanten Hilfe und übernahm die Trägerschaft 

–   der Diakoniestation Gärtringen (1. Januar 1996),
–   der Diakoniestation Dettenhausen (1. Januar 1998), und
–   der Diakonie-Sozialstation Aalen (1. Januar 2003).

Darüber hinaus führte die Stiftung vom 1. Januar 2002 bis 1. April 2009 die Ökumenische Diakonie- und Sozialstation im Stuttgarter Stadtbezirk Sillenbuch. Auch das Engagement zur Nachwuchsgewinnung in sozialen Berufen wurde verstärkt. So eröffnete die Samariterstiftung bereits 1989 eine weitere Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege (in Leonberg), ist seit Herbst 1997 an der Trägerschaft der Evangelischen Fachschule für Heilerziehungspflege in Schwäbisch Hall beteiligt und seit 1. Januar 2006 Gesellschafterin des Diakonischen Instituts für Soziale Berufe (Dornstadt).

Das Arbeitsfeld Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie wurde über die Jahrzehnte ebenfalls erheblich ausgeweitet und profiliert:

Die Angebote der Stiftung für geistig behinderte sowie für psychisch kranke Menschen im Ostalbkreis (Behindertenhilfe Ostalb) umfassen heute außer dem Samariterstift Neresheim weitere Wohnheime, so den Wohnverbund Aalen (eröffnet 1991) und das Haus an der Eger in Bopfingen (seit 2003). Hinzu kommen Außenwohngruppen und die Möglichkeit des ambulant betreuten Wohnens oder des Wohnens in Familien.
Parallel dazu wurden die Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für den betreuten Personenkreis kontinuierlich ausgebaut: Zu den Ostalb-Werkstätten gehören neben der Härtsfeld-Werkstatt (Neresheim) die Werkstatt am Ipf in Bopfingen (seit 1997), die Aalener Werkstatt an der Hochbrücke (Neubau 1991, zuvor 10 Jahre als Provisorium in Aalen-Unterkochen) und die Werkstatt am Albuch im Aalener Industriegebiet (1999) und die Werkstatt am Kocher nahe des Aalener Stadtzentrums (2008). 
 In der Kreisstadt ansässig ist auch das 2003 eröffnete Samocca, ein Café mit eigener Rösterei, das Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen bietet. Es hat inzwischen weitere Standorte in Aalen-Oberkochen sowie in Schwäbisch Hall und darüber hinaus bundesweit im Franchise-Verfahren mehr als ein Dutzend Nachahmer gefunden.

Eine ähnlich dynamische Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten um das Samariterstift Obersontheim vollzogen: Das Schlossgebäude wurde verkauft; das Samariterstift Obersontheim selbst wandelte sich vom Behindertenheim zu einer modernen Einrichtung der Sozialpsychiatrie mit flächendeckenden Angeboten für den Landkreis Schwäbisch Hall. Dazu zählt der Neubau von Wohngruppen für chronisch psychisch kranke Menschen ebenso wie die Trägerschaft (seit 1993) für die Wohngemeinschaften für psychisch kranke Menschen und die Übernahme der Sozialpsychiatrischen Dienste im Landkreis, die Einrichtung von Tagesstätten in Schwäbisch Hall (1999) und Crailsheim (2000) sowie das ambulant betreute Wohnen und das Wohnen in Familien.

Adäquate Arbeitsmöglichkeiten bieten die Fränkischen Werkstätten in Obersontheim (seit 1991, Neubau 2001) Crailsheim (1996) und Schwäbisch Hall (200...).

Auch das Samariterstift Grafeneck hat seine Arbeit auf neue und breitere Grundlagen gestellt. Etappen dieses Weges, der noch lange nicht abgeschlossen ist, waren Einrichtung von Wohngruppen in Gomadingen und Münsingen und die Ablösung der alten Werkstatträume auf dem Schlosshügel in Grafeneck durch den Neubau der Werkstatt an der Schanz (1998) im Industriegebiet Münsingen. 2002 folgte der Einweihung neuer Wohngruppenhäuser für Menschen mit Behinderungen in Grafeneck selbst, 2015 werden in einem Neubaugebiet von Münsingen weitere Appartements für Menschen mit Behinderungen eröffnet.

Einrichtungen für psychisch kranke Menschen entstanden auch im Landkreis Esslingen:

–   Die Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (1984 als Tagesklinik im Schlößle in Nürtingen-Oberensingen eröffnet und Ende 1997 mit der Panoramaklinik in Esslingen um eine zweite Abteilung erweitert),
–   die Werkstatt an der Aich in Nürtingen-Oberensingen (1988) mit Arbeitsplätzen für psychisch kranke Menschen, seit Frühjahr 2002 als Werkstatt am Neckar in einem Neubau im Industriegebiet von Wendlingen ansässig, und
–   die Wohnstätte Oberensingen für psychisch kranke Menschen (Neubau 2001).

Zukunftsorientiertes Wachstum 
Seit 1975 hat sich die Zahl der von der Samariterstiftung betreuten Menschen von damals 1640 auf heute rund 4000 erhöht. Das eigentliche Wachstum in diesen Jahren war jedoch qualitativer Natur: Sowohl für alte und pflegebedürftige als auch für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen wurden zunehmend kleinere und differenzierte – das heißt: in ihren Hilfeangeboten abgestufte – Einrichtungen und Dienste geschaffen; statt anstaltsähnlichen Großbauten entstanden überschaubare, „gemeindenah“ konzipierte und zentral gelegene Häuser mit vielfältigen individuell nutzbaren Angeboten.

So stehen in den Pflegeheimen, auch bedingt durch rechtliche Vorgaben, heute überwiegend oder ausschließlich Einzelzimmer zur Verfügung, und es gibt mehr Möglichkeiten für Gemeinschaftserlebnisse. Neue Häuser werden hier orientiert am „Hausgemeinschafts“-Modell konzipiert und bestehende Heime entsprechend umgebaut.

Die ambulante Hilfe baut die Samariterstiftung seit 2014 mit einem eigenen Dienst unter dem Markennamen Samobil aus: Die Häuser der Altenhilfe werden zu Kompetenzzentren, die von vollstationärer Pflege über Kurzzeit- und Tagespflege und Betreutes Wohnen bis zu ambulanten Diensten die ganze Palette moderner Altenhilfe und Pflege abdecken.

Neuestes Angebot darin sind ambulant betreute Wohngemeinschaften für ältere Menschen. Die landesweit erste dieser nach dem neuen Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz in Baden-Württemberg möglichen Wohngruppen wurde im Herbst 2014 von der Samariterstiftung in Pfullingen eröffnet. Auch damit trägt die Samariterstiftung dazu bei, die Weichen für eine gute Zukunft älterer, kranker und pflegebedürftiger Menschen zu stellen.

Pflege und Betreuung ist in Zukunft aber nicht mehr zu denken ohne die Einbeziehung des Umfelds, der Nachbarschaft, des Gemeinwesens. So hat die Samariterstiftung 2013 in Gestalt des Service- und Quartiershauses Samariterstift Feuerbach in einem neu entstandenen Wohnviertel in Stuttgart den Mittelpunkt eines Modellprojekts für nachbarschaftliches und generationsübergreifendes Wohnen geschaffen.

Auch in der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie ermöglicht die Samariterstiftung durch überschaubare Wohngruppen ein umfeld- und alltagsbezogenes Leben in einer familienähnlichen Gemeinschaft und damit eine bessere individuelle Betreuung und Förderung. Diesem Ziel dienen auch die neueren Angebote wie das ambulant betreute Wohnen oder die Familienpflege für behinderte oder psychisch kranke Menschen.

Die Zusammenarbeit mit anderen diakonischen Trägern trägt ebenfalls dazu bei, die zukunftsorientierte Entwicklung der Samariterstiftung in der Eingliederungshilfe zu fördern.